Redaktion

Übergangsmanagement

Dossier

Übergangsmanagement umfasst individuelle und institutionelle Aspekte. In einem kooperativen Prozess wird die Unterstützung der Jugendlichen mit dem vor Ort zugänglichen Angebot an Bildung, Ausbildung, Arbeit und sozialpädagogischer Förderung zusammengebracht. Dies wird durch den Aufbau von dauerhaften, vernetzten Strukturen für die passgenaue Beratung und Vermittlung von Jugendlichen sowie die Abstimmung regionaler Qualifizierungsangebote unterschiedlicher Akteure ermöglicht. Ziel eines Übergangsmanagements ist es, die Schnittstellen zwischen den einzelnen Bildungsbereichen zu optimieren, um Bildungszeiten nicht unnötig zu verlängern und die eingesetzten Ressourcen besser zu nutzen.

Regionales Übergangsmanagement

Basisartikel

Die vielen Möglichkeiten an den Übergängen in Ausbildung und Beruf eröffnen Chancen, erhöhen aber auch das Risiko des Misslingens. Wenn junge Menschen immer stärker gefordert sind, ihre Biographien individuell zu gestalten, müssen Akteure und Institutionen, die diese Übergänge begleiten, geeignete Strukturen zur Unterstützung entwickeln.

Birgit Reißig: Regionales Übergangsmanagement

Hintergründe

  • Eberhard, Verena u.a.: BIBB-Übergangsstudie 2011
    In diesem Wissenschaftlichen Diskussionspapier wird die BIBB-Übergangsstudie 2011 vorgestellt. Die Analyse untersucht unter anderem: Welche institutionellen Unterstützungshilfen erhalten Jugendliche? Und wie wirken sich diese auf den Übergang aus?
  • Servicestelle Bildungsketten: Studie zu den Strukturen am Übergang Schule - Beruf
    Die Studie untersuchte die Strukturen und Prozesse am Übergang Schule – Beruf und das regionale Zusammenspiel unterschiedlicher Förderinstrumente von Bund und Ländern. Es fehlen Konzepte, Netzwerkstrukturen und ein Bildungsmonitoring für eine systematische Förderung junger Menschen.
  • Bundesagentur für Arbeit: Schule, Ausbildung und Studium
    Die Seite der Bundesagentur für Arbeit zeigt die vielfältigen Möglichkeiten der Berufsorientierung, der Bildungswege und der Hilfen für Jugendliche, Eltern und Lehrer beim Übergang Schule - Beruf.
  • Nationaler Pakt: Berufswegeplanung ist Lebensplanung (PDF)
    Die Erklärung der Partner des Nationalen Paktes für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland, der Bundesagentur für Arbeit, der Kultusministerkonferenz und der Wirtschaftsministerkonferenz aus dem Jahr 2009 zeigt die wesentlichen Aspekte und Akteure der Berufswegeplanung für Jugendliche.

Daten

  • BIBB-Datenreport 2018
    Der Bericht enthält umfassende Informationen und Analysen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, darunter auch aktuelle Daten und Fakten zu den Übergängen in Ausbildung und Beruf, zum Übergangsbereich und zum Übergangsmanagement. Schwerpunkt des Datenreports 2017 ist das Thema "Geflüchtete und berufliche Bildung".
  • BIBB-Datenreport 2012: Schwerpunktthema "Übergänge von der Schule in die Ausbildung"
    Die Daten geben Hinweise darauf, welche Anforderungen sich aus den Bildungspräferenzen und Voraussetzungen der Teilnehmenden im Integrationssektor ableiten und welche Konzepte als Teil eines regulären Übergangsmanagements verankert werden sollten.
  • Integrierte Ausbildungsberichterstattung - iABE
    Die integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE) dokumentiert die Bildungsstationen, die junge Menschen nach der Sekundarstufe I besuchen - so auch der Übergangsbereich. Hierfür werden verschiedene amtliche Statistiken verknüpft ("integriert").
  • BIBB: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge
    Die Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09. führt das BIBB jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in direkter Zusammenarbeit mit den für die Berufsausbildung zuständigen Stellen durch.

Beispiele guter Praxis

Arbeitsgruppe an einem Tisch
Bild: Jürgen Fälchle / fotolia

Kommunale Koordinierung in Stuttgart

Die Landeshauptstadt Stuttgart setzt auf Kommunale Koordinierung, um die Übergänge junger Menschen von der Schule in Ausbildung und Beruf aktiv zu gestalten. Dank ihrer langen Erfahrung kann sie auf gute Praxis bei der Integration junger Geflüchteter in Ausbildung, Arbeit und Studium zurückzugreifen.

Zum Praxisbericht

  • "Kein Abschluss ohne Anschluss" in der Stadt Bochum (PDF)
    Wie es der Stadt Bochum gelungen ist, im Rahmen der Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss" in kurzer Zeit eine effektive Kommunale Koordinierungsstelle aufzubauen, zeigt ein Bericht der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B. NRW).
  • "Tag der Perspektive" in Duisburg (PDF)
    Die Kommunale Koordinierungsstelle "Übergang Schule – Beruf in NRW" beim Amt für Schulische Bildung der Stadt Duisburg organisierte im Juni erstmals den "Tag der Perspektive", um Jugendlichen durch den direkten Kontakt mit Unternehmen die Möglichkeit einer individuellen, konkreten Anschlussperspektive zu bieten.

Jugendberufsagenturen

Allgemeines

Bild: Fotolia

Servicestelle SGB II: Jugendberufsagenturen
Wenn es darum geht, junge Menschen in Ausbildung oder Arbeit zu bringen, leisten die Jugendberufsagenturen einen wichtigen Beitrag. Durch vernetzte Beratung, kurze Wege und schnelle Kontakte stellen diese Arbeitsbündnisse für junge Menschen einen reibungslosen Ablauf zwischen den verschiedenen Sozialleistungsträgern sicher – damit Jugendliche und junge Erwachsene im Berufsleben besser Fuß fassen können.

  • DV: Erfolgsmerkmale guter Jugendberufsagenturen
    Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge hat im September 2015 Empfehlungen für eine gelingende Zusammenarbeit an den Schnittstellen von SGB II, III und VIII verabschiedet und daraus Erfolgsmerkmale abgleitet.

Stellungnahmen und Positionen

Gemeinsam mehr erreichen
Das Policy Paper der Konrad-Adenauer-Stiftung (Autoren: Frank Neises und Ralf Nuglisch) möchte Jugendberufsagenturen stärken, ausgehend von bereits vorhandenen Best-Practice-Beispielen Qualitätsstandards definieren und Vorschläge machen, wie Politik Jugendberufsagenturen stärken kann. Es benennt anhand von Beispielen der praktischen Umsetzung Erfolg versprechende Kriterien für die Kooperation der Rechtskreise.

Auf- und Ausbau von Jugendberufsagenturen

  • Niedersachsen: "Jugendberufsagenturen: Wer, wie, was?"
    Das Themenheft der Landesarbeitsgemeinschaft der Jugendsozialarbeit in Niedersachsen (LAG JAW) zeigt den aktuellen Stand (2015), Probleme und Herausforderungen bei der Umsetzung von Jugendberufsagenturen in Niedersachsen.
  • Jugendberufsagentur Berlin – Das Projekt „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“
    Die Jugendberufsagentur Berlin nimmt den Weg zur Inklusion und Teilhabe schwerbehinderter junger Menschen auf. Der Zugang von jungen Menschen mit Behinderungen zu den Angeboten der Jugendberufsagentur Berlin ist von Beginn an in allen Standorten gewährleistet.
  • Der Dortmunder Berufsintegrationsbericht - Datenbasis für das Übergangsmanagement
    Am Beispiel des Dortmunder Berufsintegrationsberichts wird gezeigt, dass die Einbindung einer lokalen (Berufs-)Bildungsberichterstattung in tragfähige Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen eine wichtige Voraussetzung für die zur Steuerung von Entscheidungen ist.
  • Jugendberufsagentur Hamburg
    Unter dem Wahlspruch "Jeder und jede wird gebraucht" hat sich die im Jahr 2012 gegründete Jugendberufsagentur Hamburg als wichtiger Dienstleister für Jugendliche etabliert. An sieben Standorten ist sie Anlaufstelle bei allen Fragen und Problemen rund um Ausbildung und Studium.

Kommunale Koordinierung

Kommunale Koordinierung meint eine verantwortliche und Impulse gebende Federführung bei der wirksamen Gestaltung gelingender Übergänge von der Schule in die Arbeitswelt. Die Gesamtheit der Übergangswege im Gebiet einer Stadt oder eines Kreises wird dabei als ein zu gestaltendes lokales Übergangssystem gesehen.

Programme und Initiativen

Viele Jugendliche und junge Erwachsene schaffen den Weg von der Schule in eine Ausbildung nicht aus eigener Kraft. Förderprogramme und Initiativen auf Bundes- und Länderebene verfolgen das Ziel, durch strukturelle Verbesserungen in Kommunen und Regionen den Anteil von jungen Menschen ohne beruflichen Abschluss dauerhaft zu senken. Dabei geht es um eine Optimierung der Kooperation und Koordination im Sinne einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit aller relevanten Akteure.

Bund

    Länder

    • Nordrhein-Westfalen: Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA)
      Nordrhein-Westfalen führte als erstes Flächenland ein landesweit einheitliches Übergangssystem ein. Ziel ist es, allen jungen Menschen nach der Schule eine Anschlussperspektive zu eröffnen und durch ein kommunal koordiniertes Gesamtsystem unnötige Warteschleifen zu vermeiden.
    • Hessen: Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf (OloV )
      Das Programm will in regionalen Zusammenhängen Strukturen schaffen, stabilisieren und dauerhaft verankern, in denen Jugendliche beim Übergang Schule - Beruf unterstützt werden sowie durch Kooperation und Koordination der Akteure junge Menschen schneller in Ausbildung vermitteln.
    • Sachsen-Anhalt: Regionales Übergangsmanagement (RÜMSA)
      Das Förderprogramm des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration dient der Gestaltung einer transparenten und dauerhaften Kooperations- und Unterstützungsstruktur für Jugendliche am Übergang Schule - Beruf. Es wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) umgesetzt.

    Zeitleiste: Entwicklung des Übergangsbereichs

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    Bibliografie

    Zuletzt aktualisiert am 23.04.2018nach oben

     
     
     

    Schlagwörter

     

    Dossiers

    Beratung und Begleitung

    Ausdifferenzierte Bildungsbiografien und veränderte Anforderungen der Berufswelt erfordern mehr individuelle Begleitung und Förderung.

     

    Berufsvorbereitung

    Die Berufsvorbereitung vermittelt Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit und soll so an eine Berufsausbildung heranführen.

     

    Schulische Bildungsgänge

    Auf Basis der integrierten Ausbildungsberichterstattung (iABE) finden Sie hier eine Datenbank, in der Sie die Bildungsgänge der Länder im Übergangsbereich recherchieren können.

     

    Förderprogramme

    Informationen zu Förderprogrammen aus Bund, Ländern und EU in den Handlungsfeldern Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Ausbildung, Übergänge und Nachqualifizierung