Redaktion

Flüchtlinge - Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration

Dossier

Für die Eingliederung von Flüchtlingen in Deutschland sind eine erfolgreiche berufliche Qualifizierung und die Integration in den Arbeitsmarkt von grundlegender Bedeutung. Angesichts der hohen Zugangszahlen und unterschiedlicher schulischer und beruflicher Vorbildung stellen sich die Anforderungen, die damit für alle Beteiligten verbunden sind, mit besonderer Dringlichkeit.

Mit Blick auf die Berufsbildung geht es insbesondere um Fragen nach der Förderung deutscher Sprachkenntnisse und der Feststellung beruflicher Kompetenzen, um Beratungs- und Qualifizierungsangebote sowie Kenntnisse über Rechtsvorschriften, die den Zugang zu Ausbildung und Arbeitsmarkt und die damit verbundenen Fördermaßnahmen regeln. Das vorliegende Dossier  enthält eine Zusammenstellung von Dokumenten und Artikeln, die für die Arbeit hilfreich sein sollen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Jens Dieckmann
RA Jens Dieckmann © ueberaus
Mit RA Jens Dieckmann

Interview

Wer als Flüchtling in Deutschland einen Beruf erlernen oder arbeiten will, hat eine Vielzahl rechtlicher Vorschriften zu beachten. Jens Dieckmann, Anwalt für Ausländer- und Asylrecht, erläutert die wichtigsten Bestimmungen und ihre Bedeutung für die Praxis. Das Interview gibt die rechtlichen Regelungen mit Stand von September 2015 wieder. Seit 24. Oktober 2015 gelten neben den EU-Mitgliedstaaten, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Mazedonien, Senegal und Serbien auch Albanien, Kosovo und Montenegro als "sichere Herkunftsstaaten". Personen aus diesen Staaten haben keinen Anspruch auf die im Interview genannten, für Flüchtlinge aus anderen Herkunftsländern zugängliche Leistungen wie BAFöG, assistierte Ausbildung, Einstiegsqualifizierung und ausbildungsbegleitende Hilfen. Sie sollen das Asylverfahren möglichst schnell durchlaufen und während dieser Zeit keine Leistungen zur Integration in Anspruch nehmen können. Das Interview wird nach Verabschiedung des geplanten Integrationsgesetzes zeitnah aktualisiert werden."

Was bringt das Integrationsgesetz?

Interkulturelle Kompetenz und Integration

Asubilder und jugendlicher Migrant stehen lächelnd nebeneinander
© ueberaus
von Dr. Monika Bethscheider

Basisartikel

Während die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ausbildung von Flüchtlingen in Fachkreisen mit Blick auf konkrete Probleme diskutiert und klare Forderungen formuliert werden, sind Herausforderungen, die im Betrieb bei der Vermittlung beruflicher Handlungskompetenz entstehen können, bislang selten ein Diskussionsthema. Gleichwohl besteht ein gewisser Konsens darüber, dass das Ausbildungspersonal auf mögliche spezielle Anforderungen vorbereitet sein sollte, die die Arbeit mit jungen Flüchtlingen mit sich bringen kann. Im Mittelpunkt des Artikels von Monika Bethscheider steht die Interkulturelle Kompetenz.

Interkulturelle Kompetenz - der Schlüssel für gelingende Integration im Betrieb?

Beispiel guter Praxis

Junge Migrantinnen und Migranten im Gespräch, an einem Tisch sitzend
© Igor Mojzes/Fotolia
von Dr. Monika Bethscheider

Projektbericht "Early Intervention"

Erklärtes Ziel von Early Intervention ist es, Flüchtlinge möglichst frühzeitig – also noch während des laufenden Asylverfahrens – in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder in individuell passende Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration einzubeziehen. Inwiefern dies gelingen kann, zeigt ein Praxisbeispiel aus dem Modellstandort Bremen.

Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Weitere Informationen

  • IAB: Ergebnisse der qualitativen Begleitforschung von Early Intervention
    "Dieser Bericht beschreibt wesentliche Ergebnisse der qualitativen Begleitforschung, in deren Verlauf das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Interviews in den sechs Modellagenturen geführt und ausgewertet hat. Alles in allem zeigt sich ein positives Bild der Implementation des Modellprojekts." Die Studie verweist auch auf einige strukturelle Probleme ...
  • IAB: Abschlussbericht Modellprojekt Early Intervention
    Dieser IAB-Forschungsbericht führt die Ergebnisse der zweiten Evaluationsphase auf. Hier geht es um Erfahrungen aus den Integrationsbemühungen, die Zusammenarbeitsstrukturen in den Agenturen sowie die Probleme, die mit einem Rechtskreiswechsel verbunden sind.

BIBB-Publikationen

Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017

Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2017

Schwerpunktthema des BIBB-Datenreports ist in diesem Jahr "Geflüchtete und berufliche Bildung". Hier werden unter anderem die Qualifizierungspotenziale bzw. -bedarfe von Geflüchteten und ihre Beteiligung an (vor-)beruflicher Ausbildung dargelegt. Zudem werden Schätzungen zu der Nachfrage Geflüchteter nach dualen Ausbildungsplätzen vorgestellt.
BIBB

Projekte

  • BWP: Flüchtlinge im Bauhandwerk: Integration durch Teilhabe
    Im Pilotprojekt "FAB - Flüchtlinge und Asylbewerber im Bauhandwerk" werden auf der Lehrbaustelle Bebra handwerkliche Grundfertigkeiten vermittelt. Im Idealfall mündet die praxisorientierte Förderung und Begleitung in ein festes Ausbildungsverhältnis. Der Beitrag von Hubert Lorenz aus der BWP (2/2015) beschreibt Entwicklung, Durchführung und Ziele der Maßnahme.
  • Berliner Initiative ARRIVO
    Berliner Betriebe, vornehmlich aus Handwerk und Industrie, aber auch aus anderen Bereichen, wie bspw. dem Pflege- und Gesundheitssektor, bieten interessierten Flüchtlingen während eines drei- bis sechswöchigen Praktikums Einblicke in ihren Betriebsalltag. Ziel des Praktikums ist das gegenseitige Kennenlernen. Das Arrivo-Team vermittelt die Flüchtlinge. Es steht in engem Kontakt mit Flüchtlingsberatungsstellen sowie Einrichtungen des Berliner Netzwerks für Bleiberecht.
  • Berliner Start-up für Flüchtlinge "Cucula"
    CUCULA ist Verein, Werkstatt und Schulprogramm für und mit Flüchtlingen. Die Berliner CUCULA – Refugees Company for Crafts and Design ist ein Modellbetrieb, der Flüchtlinge dabei unterstützt, sich selber eine berufliche Zukunft zu bauen. Dafür sollen fünf Ausbildungsstipendien und ein Startbudget für den CUCULA-Betrieb gewonnen werden. Die pfiffige Idee klingt interessant, scheint aber nicht als Modell für viele andere Betriebe zu taugen.
  • Ausbildungscoaching bei der GrünBau gGmbH
    Das Ausbildungscoaching der GrünBau gGmbH umfasst u.a. die Analyse von Fähigkeiten und Ausbildungswünschen der Flüchtlinge sowie die Begleitung des gesamten Bewerbungsprozesses. Hinzu kommen die Klärung der ausländerrechtlichen Situation, ggf. die Beantragung einer Ausbildungserlaubnis, die Klärung der Finanzierung des Lebensunterhalts sowie die Vermittlung von ausbildungsbegleitenden Hilfen und eine Betreuung während der Ausbildung.
  • So schaffen wir das – eine Zivilgesellschaft im Aufbruch
    In der frei verfügbaren Publikation von Werner Schiffauer, Anne Eilert und Marlene Rudloff (Hg.) werden 90 wegweisende Projekte analysiert, die sich seit dem Sommer 2015 aufgrund der steigenden Anzahl von Geflüchteten in Deutschland gebildet haben oder die als bereits existierende Projekte originelle Antworten auf die neuen Herausforderungen entwickelt haben.

Erfahrungen in der dualen Ausbildung

  • "Das ist für uns schon ein Experiment" (PDF)
    Im Rahmen verschiedener Interviews erhob Frauke Meyer in Hamburg, wie Betriebe, die Flüchtlinge und Asylsuchende ausbilden, deren Teilhabechancen beurteilen, welche Bedeutung ihrer Meinung nach dem Flluchthintergrund zukommt, welche Wissenslücken und Bildungsbedarfe im Verlauf der Ausbildung aufgrund ihrer Erfahrung sichtbar werden und welche Kooperations- und Begleitsysteme aus ihrer Sicht flankiert werden sollten. Das Schlusskapitel enthält daraus resultierende Empfehlungen.

Programme

  • Junge Flüchtlinge im Jugendmigrationsdienst
    Nachdem zunächst ein Modellprojekt mit bundesweit 24 Einrichtungen startete, in denen Jugendmigrationsdienste Flüchtlinge unterstützten, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, werden ab 2017 alle Jugendmigrationsdienste einbezogen. Die Mitarbeiter(innen) sprechen mit Behörden, Schulen oder Betrieben und beziehen auf Wunsch auch die Eltern mit ein. Außerdem vermitteln sie Sprachkurse oder bieten Bewerbungstrainings oder Schulungen an.
  • XENOS Bundesprogramm - XENOS - Bleiberecht
    Das XENOS-Sonderprogramm als "ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt" wurde in zwei Förderrunden (2008 - 2015) umgesetzt. Auf dieser Webseite findet man eine Standortkarte der geförderten Projekte, einen Evaluationsbericht, aber auch eine Good Practice Sammlung. Nach einzelnen Projekten lässt sich recherchieren.
  • Berufsorientierung für Flüchtlinge
    Mit der "Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erhalten junge Flüchtlinge vertiefte Einblicke in Ausbildungsberufe des Handwerks. Während der gesamten Maßnahme werden sie fachsprachlich qualifiziert und von einem Projektbegleiter individuell unterstützt. BOF gliedert sich in Werkstatttage, welche in Lehrwerkstätten in geschütztem Raum stattfinden, und eine anschließende Betriebsphase.

Hintergrundinformationen

Lebenslagen von Flüchtlingen in Deutschland

  • Stiftung Mercator: Einblicke in die Lebenssituation von Flüchtlingen neu
    Welche Themen sprechen Flüchtlinge von sich aus an, wenn man sie fragt, wie es ihnen in Deutschland bisher ergangen ist? Was ist ihnen selbst wichtig? Und wie erleben sie die Begegnung mit den Menschen hier? Welche sozialen Kontakte haben sie und welche Bedeutung hat dabei ehrenamtliches Engagement? Diese und andere Fragen untersucht eine Studie des SVR-Forschungsbereichs und der Robert Bosch Stiftung, in deren Rahmen Flüchtlinge aus verschiedenen Herkunftsländern interviewt werden.
  • BAMF: Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge in Deutschland
    Die große BAMF-Flüchtlingsstudie beschäftigt sich mit der Lebenssituation von anerkannten Flüchtlingen in Deutschland. Sie enthält Informationen zu soziodemographischen Merkmalen, der Qualifikationsstruktur, der Arbeitsmarktbeteiligung sowie den Zukunftsorientierungen und Wünschen von Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen.

Zuwanderung und Arbeitsmarkt

  • BA: Migration und Arbeitsmarkt
    Da die Entwicklung des deutschen Arbeitsmarktes zunehmend von Migration beeinflusst wird, gibt es eine neue Rubrik auf der Website der Bundesagentur für Arbeit mit statistischen Sonderberichten zu den Auswirkungen der Migration auf den Arbeitsmarkt.
  • IAB-Kurzbericht 1/2015 (PDF)
    Rechtliche Grundlagen der betrieblichen Ausbildung von Geduldeten: Für den Arbeitsmarkt ein Gewinn, für die jungen Fluchtmigranten eine Chance - so lautet der Titel des IAB-Kurzberichts. Er berücksichtigt nicht mehr die jüngsten Rechtsänderungen, gibt aber einen guten Einblick in die Umsetzungspraxis der beteiligten Behörden.
  • IAB Bericht: Asyl- und Flüchtlingsmigration in die EU und nach Deutschland (PDF)
    Der aktuelle Bericht aus dem IAB beschreibt einerseits die Entwicklung weltweit und in der EU und andererseits die Situation in Deutschland, er beschreibt die Sozial- und Bildungsstruktur der Asylbewerber und Flüchtlinge und den Stand ihrer Arbeitsmarktintegration. Schließlich beschäftigt er sich mit politischen Handlungsoptionen.
  • Friedrich Ebert Stiftung: Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen
    Matthias Knuth untersucht einerseits die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Programme für Flüchtlinge (Stand Herbst 2016) und andererseits die Förderansätze jenseits der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmelogiken. Aus seinen Analysen entwickelt er Reformvorschläge für die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen.
  • OECD: Integration von Zuwanderern
    Diese OECD-Publikation ist eine auf Ebene aller EU- und OECD-Länder durchgeführte internationale Vergleichsstudie der Situation der Zuwanderer und ihrer Kinder. Hier werden unter anderem Integrationsindikatoren betrachtet sowie Schlüsselindikatoren für die Arbeitsmarktteilnahme von Migranten untersucht, die eine wichtige Komponente für ihre soziale Inklusion darstellen.
  • OECD: Nach der Flucht: Der Weg in die Arbeit neu
    Welche Erfahrungen haben deutsche Unternehmen in den letzten Jahren in der Arbeitsmarktintegration gemacht? Welche Fortschritte sind zu verzeichnen, welche Hindernisse bleiben bestehen? Gemeinsam mit dem BMAS und dem DIHK hat die OECD zu diesen Fragen eine Umfrage unter Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Die Studie enthält die Ergebnisse dieser Umfrage sowie Politikempfehlungen zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen.

Zugang zu Praktika, Ausbildung, Beschäftigung

Dunkelhäutiges Händepaar, rechte Hand zeichnet Linie auf Metallplatte
© alho007/Fotolia

GGUA: Praktika für Asylbewerber und geduldete Personen
Die in dieser Kurzübersicht der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. (GGUA) dargestellten Regelungen gelten ausschließlich für Asylsuchende und geduldete Personen. Sie gelten nicht für Menschen, die als Flüchtlinge anerkannt worden sind und eine "Aufenthaltserlaubnis" aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen erhalten haben. Diese dürfen jede Beschäftigung annehmen.

  • GGUA: Wann müssen Ausländerbehörde und/oder Arbeitsagentur (nicht) zustimmen?
    Sehr nützlich ist auch die tabellarische Übersicht der GGUA. Ob eine Arbeitserlaubnis erforderlich bzw. eine Zustimmung zur Beschäftigung für ein Praktikum für Personen mit Duldung oder Aufenthaltsgestattung notwendig ist, wird hier auf einen Blick beantwortet.
  • Paritätischer Gesamtverband: Ausbildungsduldung – Praxistipps und Hintergründe neu
    Der Paritätische Gesamtverband legt eine Arbeitshilfe zur Ausbildungsduldung nach § 60a Abs. 2 S. 4 ff. mit Praxistipps und Hintergründen vor. Die Arbeitshilfe zeigt den Stand zum 1. Februar 2017. Am 06. August 2016 ist das Integrationsgesetz in Kraft getreten, mit welchem erstmals ausdrücklich der Anspruch auf Erteilung einer Duldung zum Zweck der Ausbildung ins Aufenthaltsgesetz aufgenommen wurde. Die Arbeitshilfe soll dieser Regelung größtmögliche Wirksamkeit verleihen.
  • G.I.B.INFO 3_16: Berufliche Ausbildung für junge Flüchtlinge
    Der Beitrag von Mona Granato und Frank Neises befasst sich mit den Qualifizierungsbedarfen junger Flüchtlinge sowie Wegen und Möglichkeiten zu ihrer Integration in berufliche Ausbildung. Wo liegen die Bedarfe bei der Vorbereitung auf eine berufliche Ausbildung und in der Ausbildung selbst? Wie kann Bildungspolitik hier unterstützend wirken? Welche Ansätze bestehen bereits und welche können weiter ausgebaut werden?
  • BA/BDA/BAMF: Potenziale nutzen - geflüchtete Menschen beschäftigen
    In dieser Informationen für Arbeitgeber der Bundesagentur für Arbeit, die gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge herausgegeben wurde, wird für die Einstellung von Flüchtlingen geworben. Sie  zeigt Betrieben in komprimierter Weise, wie sie vorgehen müssen, wenn sie Geflüchtete beschäftigen wollen und welche Unterstützungsmöglichkeiten die BA bietet.
  • BA: Zugang zum Arbeitsmarkt und Leistungen des SGB II und III für Migranten
    Die Tabelle der Bundesagentur für Arbeit (Stand Januar 2016) enthält eine Übersicht über mögliche Sozialleistungen und Förderungen von Asylsuchenden mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Herausgeber ist die Bundesagentur für Arbeit in Osnabrück, die rechtlich beraten wurde durch den Caritasverband für die örtliche Diözese.
  • Caritas: Rahmenbedingungen von Praktika und ähnlichen betrieblichen Tätigkeiten
    In der Arbeitshilfe des Caritasverbands Osnabrück für Unternehmen, Arbeitsverwaltung und Beratungsstellen (Stand Januar 2016) werden verschiedene Praktikumsarten und sonstige Tätigkeiten definiert und ihre jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen beschrieben.
  • Der Paritätische: Zugang zu Berufsausbildung und Ausbildungsförderung neu
    Der Paritätische Gesamtverband hat ebenfalls eine Handreichung für Fachkräfte veröffentlicht. Die Broschüre enthält einen Überblick über ausgewählte Förderinstrumente und ausbildungsfördernde Leistungen. Im Anschluss daran werden die ausländerrechtlichen Voraussetzungen zur Ausbildungsförderung je nach Aufenthaltsstatus dargestellt. Die Broschüre basiert auf der ab dem 1. Januar 2017 geltenden Rechtslage.
  • BMAS: Flüchtlinge - Ein Leitfaden zu Arbeitsmarktzugang und -förderung neu
    Der Leitfaden richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitsverwaltung. Flüchtlinge sind inzwischen ein fester Bestandteil des Kundenspektrums der Agenturen für Arbeit, der Jobcenter bzw. der zugelassenen kommunalen Träger. Daraus ergeben sich für die Entscheidungsträger in den Verwaltungen zahlreiche Fragen, die in der Broschüre beantwortet werden sollen. Sie wurde vom "Berliner Netzwerk für Bleiberecht bridge" erstellt.

Berufsorientierung

  • Bundesagentur für Arbeit: Berufsorientierung junger Geflüchteter unterstützen
    Das Heft von planet-beruf.de der Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt Lehrende und Berufsorientierungs-Coaches bei der Begleitung junger Geflüchteter während der Berufsorientierung. Unter dem Stichwort "Vernetzt handeln" werden die verschiedenen Förder- und Hilfsangebote auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene vorgestellt

Konzept für Berufsschulen

  • Beschulung von berufsschulpflichtigen Flüchtlingen an bayerischen Berufsschulen
    Diese Handreichung des Bayerischen Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung soll für Lehrkräfte in Bayern, die in diesem Bereich neu unterrichten, aber auch für erfahrene Lehrkräfte ein hilfreiches Nachschlagewerk sein und sie bei der Planung des Berufsschulunterrichts und bei der Lernorganisation unterstützen.

Sprachförderung

Übersetzungshilfen

  • Langenscheidts Sprachführer Arabisch-Deutsch
    Eine Handreichung zum Ausdrucken mit ersten Redewendungen in Deutsch für Arabisch-Sprechende ergänzt das zurzeit kostenfreie Online-Wörterbuch Deutsch-Arabisch des Verlags.
  • Google-Übersetzer
    Der Online-Übersetzer ist vor allem für die schnelle Übersetzung einzelner Wörter aus/in diverse(n) Sprachen vorteilhaft. Der Übersetzer kann als Smartphone-App zudem auch offline genutzt werden.

Kurskonzepte und Unterrichtsmaterialien

  • Bremer Handreichungen zum berufsbezogenen Deutsch
    Damit Teilnehmende in Qualifizierungen, Ausbildung und Umschulung nicht an sprachlichen Hürden scheitern, wurde die Reihe "Bremer Handreichungen zum berufsbezogenen Deutsch" entwickelt. Die Reihe bietet den Lehrkräften praxisnahe Anregungen und Tipps, Didaktisierungsvorschläge, Unterrichtsentwürfe sowie Checklisten und Hinweise auf weiterführende Literatur.
  • IQ Netzwerk: Publikationen zum Berufsbezogenen Deutsch
    Das Förderprogramm IQ stellt Publikationen zum Thema "Berufsbezogenes Deutsch" vor, die als PDF-Dokumente heruntergeladen werden können. Sie finden hier Konzepte, Studien, Handlungsempfehlungen, Leitfäden für die praktische Arbeit und Veröffentlichungen zu guten Beispielen aus der Praxis. Das IQ Netzwerk gibt im Übrigen auch Publikationen zur interkulturellen Kompetenzentwicklung heraus - für Jobcenter und Agenturen, aber auch für KMU.
  • BAMF: "Erstorientierung und Deutsch lernen"
    Das BAMF bietet das Kurskonzept "Erstorientierung und Deutsch lernen für Asylbewerber" zum Download an. Zielgruppe des Konzeptes sind Asylsuchende, die aufgrund ihres befristeten Aufenthaltsstatus keinen Zugang zu den Integrationskursen haben, sich aber dennoch im unmittelbaren Lebensumfeld orientieren und in typischen Alltagssituationen auf Deutsch verständlich machen wollen.
  • Universität Münster: Alphaportfolio für offenen Unterricht
    Ziel des Projektes Alphaportfolio war die Erstellung von drei Portfolios für die GER-Niveaustufen A1 bis B1. Ergänzt werden die Portfolios durch 15 Lerneinheiten, die an beruflichen Themen ausgerichtet sind, und durch didaktische Empfehlungen für die Unterrichtsgestaltung. Die Materialien sind so konzipiert, dass sie in Form von offenem Unterricht (Wochenpläne, Stationenlernen, Werkstattunterricht) eingesetzt werden können.

Apps zum Deutschlernen

  • App-Tests bei Stiftung Warentest
    Die Stiftung Warentest hat zwölf Apps für arabischsprachige Erwachsene und Kinder auf ihre Tauglichkeit zum Deutschlernen getestet. Nur zwei davon sind ohne Einschränkung empfehlenswert, nämlich die App "Ankommen" vom BAMF und das Lernspiel "Lern Deutsch - Stadt der Wörter" vom Goethe-Institut.

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

  • B-UMF: Umverteilung minderjähriger Flüchtlinge
    Der Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge (UMF) gibt einen Überblick über das seit November 2015 gültige Verfahren zur vorläufigen Inobhutnahme und der Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.
  • B-UMF: Alterseinschätzung
    Die Alterseinschätzung ist eine der schwierigsten Entscheidungen im Ankommensprozess von jungen Flüchtlingen. Der Bundesfachverband UMF hat notwendige Verfahrensgarantien und -maßnahmen für die Alterseinschätzung bei unbegleiteten Minderjährigen herausgearbeitet und in einer Broschüre übersichtlich zusammengestellt.
  • B-UMF: Stellungnahme
    Hier werden Kriterien und Anforderungen formuliert, die vor Ort erfüllt sein müssen, damit eine dem Kindeswohl gerecht werdende Betreuung der Minderjährigen gesichert werden kann. In einem zweiten Schritt werden die Erfordernisse an eine Beteiligung der Jugendlichen benannt. Anschließend wird der Bedarf an übergeordneter Unterstützung für den Aufbau von Strukturen vor Ort benannt.
  • Bertelsmann Stiftung: Sprache lernen mit Herz und Hand
    In diesem von der Bertelsmann Stiftung geförderten Projekt bauten heranwachsende männliche Geflüchtete innerhalb einer Woche ein Drachenboot. Naben den handwerklichen Tätigkeiten wurden gleichzeitig die Sprachkompetenz und die Sozialkompetenz der Jugendlichen gefördert.

Fortbildungen für Fachkräfte

  • Zertifikatslehrgang Flüchtlingssozialarbeit
    Der Zertifikatslehrgang "Flüchtlingssozialarbeit" an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt ist ein auf die Soziale Arbeit mit Flüchtlingen ausgerichtetes, anwendungsbezogenes und berufsbegleitendes Weiterbildungsprogramm. Es werden Kompetenzen im Flüchtlings- und Migrationskontext als Handlungsfeld Sozialer Arbeit vermittelt. Auch die Arbeit mit der Aufnahmegesellschaft wird adressiert.
  • Forum "Hohenheimer Tage" zum Ausländerrecht
    Diese jeweils Ende Januar stattfindende Veranstaltung ist seit 1985 ein Forum, das sich an Wissenschaftler(innen) und Praktiker(innen) aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens wendet, die mit Fragen der Migration und der Migranten zu tun haben. Das Interesse der Hohenheimer Tage richtet sich auf eine humanitäre und zukunftsfähige Ausgestaltung dieses Politikbereiches. Die Hohenheimer Tage werden von den beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbänden Caritas und Diakonie sowie vom DGB-Landesbezirk getragen.
  • Weiterbildung "Soziale Arbeit mit Geflüchteten" neu
    Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) bietet eine neue berufliche Weiterbildung an, die vermittelt, wie in der Sozialen Arbeit gezielt mit Geflüchteten gearbeitet und auf deren Bedürfnisse eingegangen werden kann. Die kostenpflichtige Weiterbildung ist modular aufgebaut, so dass einzelne Module besucht  oder Module nach Bedarf kombiniert werden können. "Soziale Arbeit mit geflüchteten Menschen" startet am 23. März 2017 an der Frankfurt UAS und erstreckt sich über  13 Monate.

Positionen

  • DIHK: "Hemmnisse weiter abbauen" neu
    Bei ihrem Einsatz für die Eingliederung asylsuchender Menschen stehen Kammern und Betriebe vor vielen Hürden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat zu Beginn des Jahres 2017 elf Vorschläge zusammengestellt, die das Engagement der Wirtschaft erleichtern könnten.
  • ZDH-Präsident: "Flüchtling ist kein Beruf"
    Flüchtlinge dürfen in Deutschland nicht zum Nichtstun verurteilt werden. In einen Interview mit der Süddeutschen Zeitung fordert Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer daher neben unmittelbarem Deutschunterricht auch ein humanitäres Bleiberecht für ausbildungsfähige Jugendliche: "Wer eine dreijährige Ausbildung anfängt, muss zwei weitere Jahre hier bleiben dürfen. Dann ist der Betrieb zusätzlich motiviert, diese jungen Menschen einzustellen."
  • BDA: Weiterer Handlungsbedarf nach dem Integrationsgesetz
    Der Arbeitgeberverband hat 13 Punkte zusammengetragen, die den weiteren Handlungsbedarf widerspiegeln, um die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Hierzu gehören die zügige Integration in vorhandene Bildungs- und Ausbildungsangebote, aber zum Beispiel auch die Abschaffung des Beschäftigungsverbots in der Zeitarbeit sowie der Ausbau der Teilzeitberufsausbildung.
  • Erklärung der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung (PDF)
    Die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung wollen sich gemeinsam für die Perspektiven von Flüchtlingen in Deutschland einsetzen. Denn dabei komme es darauf an, dass Maßnahmen von Bund, Wirtschaft, Gewerkschaften und Ländern intensiv untereinander abgestimmt und aufeinander bezogen werden.
  • Konrad-Adenauer-Stiftung: Zielland Deutschland (PDF)
    "Menschen, die zu uns kommen und sich integrieren, tragen dazu bei, wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand in unserem Land langfristig zu sichern. Die Organisation der Einwanderung nach Deutschland und hohe Flüchtlingszahlen stellen Politik und Gesellschaft aber auch vor Probleme. Für ihre Lösung brauchen wir eine informierte Debatte. Die Fakten und Hintergründe dieser Broschüre sollen dazu einen Beitrag leisten."
  • GEW: Sprachoffensive für Einwanderer dringend erforderlich
    Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) und der Bundesverband der Träger Beruflicher Bildung (BBB) sehen als Träger der Integrationskurse dringenden Reformbedarf. Sie verlangen u. a., dass der Integrationskurs geöffnet wird für Asylsuchende und Geduldete.
  • IAB Bericht: Asyl- und Flüchtlingsmigration in die EU und nach Deutschland (PDF)
    Der aktuelle Bericht aus dem IAB beschreibt einerseits die Entwicklung weltweit und in der EU und andererseits die Situation in Deutschland, er beschreibt die Sozial- und Bildungsstruktur der Asylbewerber und Flüchtlinge und den Stand ihrer Arbeitsmarktintegration. Schließlich beschäftigt er sich mit politischen Handlungsoptionen.
  • Ergänzende Handlungsbedarfe aus Sicht der BAGFW
    Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) möchte auf dringenden Handlungsbedarf hinweisen, der in der aktuellen Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen nicht oder nicht ausreichend Berücksichtigung findet, wie z. B. die Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen, die Sicherstellung der Bedarfe besonders schutzbedürftiger Asylsuchender und die Einführung einer flächendeckenden Asylverfahrensberatung.

Für die alltägliche Unterstützung

  • Verbraucherzentrale: Infos für Flüchtlingshelfer
    Die Verbraucherzentrale NRW hat in einem eigenen Portal Wissenswertes zusammengestellt, was Engagierte in der Flüchtlingshilfe den Neuankömmlingen für den Verbraucheralltag mit an die Hand geben können. Wie ein Girokonto eingerichtet wird, wenn kein Pass vorhanden ist, welche Fallen bei Haustürgeschäften lauern können oder wie die Rundfunkbeitragspflicht geregelt ist – so liest sich ein kleiner Auszug der Tipps und Themen aus den Seiten für Flüchtlingshelfer. Ebenso ist zu erfahren, was rund ums Fahren mit Bus und Bahn mit auf den Weg zu geben ist oder wie die Kommunikation in die Heimat via Internet und Handy ohne Kostenfallen funktioniert.

Zuletzt aktualisiert am 08.05.2017nach oben

 
 
 

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Dossier

Sprache und Kultur in der Ausbildung

Videoclips zu sprachlichen und kulturellen Konflikten veranschaulichen die unterschiedliche Wahrnehmung der Beteiligten.