04.11.2019 | Redaktion | BIBB

Verleihung des Hermann-Schmidt-Preises 2019

Vier Projekte für beispielhafte Konzepte und Modelle in dualer MINT-Ausbildung ausgezeichnet

"Frauen für die duale MINT-Ausbildung gewinnen": Unter diesem Motto stand der diesjährige Wettbewerb um den Hermann-Schmidt-Preis für innovative Berufsbildung. Der Preis, der durch den Verein "Innovative Berufsbildung e.V." ausgelobt und verliehen wurde, würdigt in diesem Jahr Projekte und Initiativen, die innovative Konzepte und Modelle zur Gewinnung und Förderung von Frauen in dualer Ausbildung in MINT-Berufen entwickelt und erfolgreich umgesetzt haben.

Preiträger Hermann-Schmidt-Preis 2019, Bild: BIBB

Zahlreiche Initiativen engagieren sich seit vielen Jahren dafür, Schülerinnen und jungen Frauen die sogenannten MINT-Berufe näherzubringen. Dennoch ist der Anteil von jungen Frauen in Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik nach wie vor gering.

Mit dem Hermann-Schmidt-Preis wurden deshalb im Jahr 2019 gezielt Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die innovative Konzepte und Modelle entwickelt und in der Praxis erfolgreich umgesetzt haben, um junge Frauen an technische Ausbildungsberufe heranzuführen und dafür zu begeistern. Im Rahmen der Fachkonferenz "Berufsbildung im Spannungsfeld Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung" wurden die Preisträger in der vergangenen Woche im ABB Ausbildungszentrum in Berlin geehrt.

Siegreich im diesjährigen Wettbewerb waren die folgenden vier Projekte:

Hermann-Schmidt-Preisträger 2019 (3.000 Euro)


"girlsatec – Junge Frauen erobern technische Berufe" (ABB Ausbildungszentrum Berlin gGmbH):
Mithilfe von "girlsatec-Botschafterinnen" und "Technik-Camps" werden junge Frauen und Schülerinnen an technische Berufe herangeführt. Junge Frauen, die eine MINT-Ausbildung absolvieren oder diese abgeschlossen haben, werden als Botschafterinnen ernannt und dienen als Rollenvorbilder. In Technik-Camps können Schülerinnen MINT-Berufe anhand handlungs- und praxisorientierter Aufgabenstellungen kennenlernen.

Sonderpreis (jeweils 1.000 Euro)

  • "SErEnA – Serious Game Erneuerbare Energien zu technischen Ausbildungsberufen für Mädchen" (TU Berlin, TU Dresden, Wissenschaftsladen Bonn, Game Studio "the Good Evil"):
    Zwischen 2015 und 2019 haben die Projektpartner ein Computerspiel entwickelt und evaluiert. Anhand einer Abenteuergeschichte können 12 bis 16-jährige Mädchen technische Aufgaben aus dem Arbeitsfeld der Erneuerbaren Energien spielerisch erproben. Damit soll das Interesse an technischen Ausbildungsberufen gestärkt werden.
  • "MINT.FResH" (Jugendwerkstatt Felsberg e.V.):
    Das Projekt, das sich an Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen von Haupt- und Realschulen richtet, unterstützt bei der Berufsorientierung im MINT-Bereich. MINT.FResH bietet jeweils für ein Schuljahr einmal wöchentlich 90-minütige, erlebnisorientierte Praxismodule an, die Einblicke in unterschiedliche MINT-Berufe geben. Betriebsbesuche bei lokalen Unternehmen und der Kontakt zur Berufsberatung ergänzen das Angebot.
  • "Frauen im Handwerk" (Beratungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Handwerk und Mittelstand (BWHM), Stuttgart):
    Ziel des Projekts ist es, zu informieren und zu sensibilisieren, um die Ausbildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen in MINT-Handwerksberufen in Baden-Württemberg zu steigern. Im Rahmen des Projekts wurden Informations-, Beratungs- und Schulungsmaterialien entwickelt, um ausbildende Handwerksunternehmen für eine familienbewusste Betriebskultur zu sensibilisieren, ein Workshop für Eltern für eine klischeefreie Berufsorientierung konzipiert und ein Mentorinnen-Netzwerk zur Unterstützung von jungen Frauen ins Leben gerufen.

Hintergrund

Der Hermann-Schmidt-Preis, der in diesem Jahr zum 23. Mal verliehen wurde, rückt innovative Ansätze in der Berufsbildungspraxis in den Fokus und macht auf nachahmenswerte Beispiele aufmerksam. Der Preis wird durch den Verein "Innovative Berufsbildung e.V." vergeben. Er wurde 1996 gegründet und wird vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn und dem W. Bertelsmann Verlag (wbv) in Bielefeld getragen. Namensgeber des Preises ist der ehemalige BIBB-Präsident Prof. Dr. Hermann Schmidt, der das Bundesinstitut in der Zeit von 1977 bis 1997 leitete.

Weitere Informationen

  • Hermann-Schmidt-Preis 2019
    Unter diesem Link können Sie weiterführende Informationen zu den Preisträgern und zur Preisverleihung in Berlin abrufen.
 
 
 

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