29.11.2019 | Redaktion | Vodafone Stiftung

Alles auf dem Schirm?

Befragung der Vodafone Stiftung zum Informationsverhalten junger Menschen

Die große Mehrheit junger Menschen in Deutschland hält sich mit digitalen wie analogen Medien regelmäßig über das politische Geschehen auf dem Laufenden. Gleichzeitig interessiert sich jedoch ein Viertel der jungen Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand kaum für politische Themen und zeigt sich im Vergleich unsicherer im Umgang mit "Fake News" im Internet. Das sind Ergebnisse einer Befragung 14- bis 24-Jähriger in Deutschland über das Informationsverhalten zu politischen Themen, die Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung durchführte.

Bild: peampath/Adobe Stock

Mehr als ein Drittel (36 Prozent) informiert sich täglich oder sogar mehrmals täglich über politische Themen. Fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten informieren sich mindestens einmal die Woche. "Die Mehrheit junger Menschen in Deutschland bewegt sich durchaus souverän und reflektiert durch den politischen Nachrichtendschungel", erklärte Inger Paus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Vodafone Stiftung. "Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass wir Gefahr laufen, einen signifikanten Anteil junger Menschen in der digitalen Nachrichtenwelt zu verlieren." Die digitale Spaltung der Jugend, die stark vom Bildungsgrad abhänge, drohe die Gräben in unserer Gesellschaft weiter zu vertiefen.

"Die digitale Spaltung der Jugend, die stark vom Bildungsgrad abhängt, droht die Gräben in unserer Gesellschaft weiter zu vertiefen." - Inger Paus, Vodafone Stiftung

 

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass sich die große Mehrheit der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland aufgeklärt und differenziert durch die vielen verfügbaren Informationsquellen zu politischen Nachrichten bewegen. Die überwiegende Mehrheit (69 Prozent) gibt persönliche Gespräche mit Freunden oder Familie als Informationsquelle zu politischen Themen an. Fast ebenso viele nutzen Nachrichtenseiten im Internet oder Nachrichten-Apps (67 Prozent). An dritter Stelle stehen Fernsehen (58 Prozent) und Radio (42 Prozent). Bei den sozialen Medien führt YouTube die Informationsquellen zu politischen Themen (32 Prozent) vor Facebook, Instagram und Twitter an.

Unsicherheiten bei "Fake News"

Falschnachrichten sind für junge Menschen ein alltägliches Phänomen in der Online-Medienlandschaft. Rund zwei Drittel der Befragten geben an, mindestens einmal in der Woche mit Falschmeldungen in Kontakt zu kommen. Knapp jede/r Achte stößt sogar mehrmals täglich auf Falschnachrichten. Immerhin 60 Prozent der Befragten suchen immer oder meistens nach Alternativquellen, wenn sie am Wahrheitsgehalt einer Nachricht zweifeln. Wer sich häufiger politisch informiert, nutzt dabei auch häufiger Alternativquellen. Von denen, die sich seltener als einmal in der Woche über politische Themen informieren, suchen nur 37 Prozent immer oder meistens nach Alternativquellen.

Mehr als 40 Prozent der jungen Menschen fühlen sich allerdings unsicher oder sogar sehr unsicher, Falschmeldungen als solche erkennen zu können. Jugendliche geben eher Unsicherheit beim Erkennen von Falschnachrichten an (46 Prozent) als junge Erwachsene (37 Prozent) und junge Frauen (50 Prozent) eher als junge Männer (34 Prozent). Je höher der formale Bildungsgrad, desto eher fühlen sich junge Menschen sicher oder sehr sicher darin, Falschmeldungen zu erkennen.

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