14.12.2018

Gute Chancen für junge Menschen auf dem Ausbildungsmarkt

BIBB-Analyse zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes 2018

Das betriebliche Ausbildungsplatzangebot war im Jahr 2018 so hoch wie seit 2009 nicht mehr. Derzeit ist die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen höher als die Zahl der Ausbildungsnachfragenden: Die Chancen von jungen Menschen am Ausbildungsmarkt sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Das geht aus einer Analyse des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Entwicklung des Ausbildungsmarktes 2018 hervor, die auf Basis der BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge und der Ausbildungsmarktstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) erstellt wurde.

Bild: industrieblick | Fotolia

Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze ist im Vergleich zum Vorjahr um 17.800 auf 574.200 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 3,2%. Die Ergebnisse der BIBB-Analyse zeigen allerdings auch die zunehmenden Besetzungsprobleme der Ausbildungsbetriebe. Die Anzahl unbesetzter Ausbildungsplätze ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. So blieben 57.700 Ausbildungsplätze im Jahr 2018 unbesetzt, d.h. 17,7% mehr als 2017.

Die Diskrepanz zwischen Ausbildungsplatzangebot und –nachfrage führt vermehrt zu Passungsproblemen. Ursachen dafür liegen bspw. im Trend zu höheren Schulabschlüssen, steigendem Studierinteresse sowie in unterschiedlichen Vorstellungen der Jugendlichen und Betriebe, in welchen Berufen oder Regionen die Ausbildung stattfinden soll und welche Merkmale die potentiellen Auszubildenden mitbringen sollen.

Ungleichgewichte zwischen den Geschlechtern

Die BIBB-Analyse macht außerdem Ungleichgewichte zwischen den Geschlechtern deutlich. Die Ergebnisse zeigen ein höheres Interesse an einer dualen Berufsausbildung unter jungen Männern. Die Ausbildungsplatznachfrage von Männern ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge steigerte sich im Jahr 2018 auf 335.500, d.h. 9.900 Ausbildungsverträge mehr als im Jahr 2017. Junge Frauen hingegen schlossen deutlich weniger Ausbildungsverträge ab. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist sogar um 1.800 auf lediglich 195.900 gefallen.

Die Schulabgängerzahlen sind in den vergangenen Jahren bei beiden Geschlechtern gesunken. Dennoch ist es deutlich besser gelungen, neue männliche Interessentengruppen für die Berufsausbildung zu gewinnen. Als Gründe nennen die Autoren:

  • Männliche Abiturienten erzielen im Durchschnitt weniger gute Abiturnoten als junge Frauen und ziehen deshalb vermehrt eine Berufsausbildung in Betracht.
  • Männliche Studierende brechen durchschnittlich häufiger ihr Studium ab und möchten stattdessen eine Berufsausbildung absolvieren.
  • Männliche Flüchtlinge konnten vermehrt für eine Ausbildung gewonnen werden.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sieht in der Gewinnung neuer Interessentengruppen einen Erfolg, betont allerdings auch, dass die hohe Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze nach wie vor den Bedarf an Fachkräften zeigt.

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