20.11.2018 | Redaktion

Besserer Übergang mit ansteigender Zuwanderungsgeneration

BIBB-Studie zum Übergang in Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte

Jugendliche mit Migrationshintergrund, die der dritten Generation angehören, sind bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz ebenso erfolgreich wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund, wenn sie nach der 9. oder 10. Klasse die allgemeinbildende Schule beenden und unmittelbar eine berufliche Ausbildung anstreben. Wie eine neue BIBB-Studie zeigt, gelingt der Übergang in Ausbildung mit ansteigender Zuwanderungsgeneration immer besser.

Bild: highwaystarz | Fotolia

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat auf Basis von Daten des Nationalen Bildungspanels eine nach den Migrationsgenerationen differenzierte Analyse der Übergänge in Berufsausbildung durchgeführt.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass der Bildungserfolg durch den Generationenstatus wesentlich beeinflusst wird.

Im Vergleich zu Jugendlichen der dritten Generation haben junge Menschen mit Migrationshintergrund, die der ersten oder zweiten Generation angehören, deutlich schlechtere Chancen, in eine berufliche Ausbildung einzumünden: Niedrigere Schulabschlüsse, mangelnde Sprachkompetenzen, Diskriminierung und eine Fehleinschätzung der Bedeutung eines Berufsabschlusses sind relevante Faktoren, die den Übergang in eine Berufsausbildung beeinflussen.

Mit ansteigender Zuwanderungsgeneration verbessern sich diese Umstände und somit steigen die Chancen für einen erfolgreichen Übergang von der Schule in eine berufliche Ausbildung.

Potenzial aller Jugendlichen ausschöpfen

Die Autoren bezeichnen den derzeitigen Stand der Integrationsförderung im Bereich der allgemeinen Bildung sowie der beruflichen Ausbildung als unbefriedigend. Die öffentliche Förderung müsse viel stärker die besonderen Problemlagen betroffener Jugendlicher wahrnehmen und darauf eingehen. Außerdem müsse den Jugendlichen die Bedeutung einer beruflichen Ausbildung für ihren individuellen Lebensweg verdeutlicht werden.

Darüber hinaus gilt es, mögliche Vorbehalte gegenüber jungen Menschen mit Migrationshintergrund innerhalb der Betriebe abzubauen.

Die Autoren betonen, dass in Zeiten, in denen Betriebe zunehmend über einen Mangel an Fachkräften klagen, das Potenzial aller Jugendlicher ausgeschöpft werden sollte, unabhängig von ihrer Migrationsgeschichte.

Weitere Informationen:

  • BIBB-Report 6/2018
    Den vollständigen BIBB-Report zum „Übergang nicht studienberechtigter Schulabgänger/-innen mit Migrationshintergrund in vollqualifizierende Ausbildung“ können Sie unter diesem Link abrufen.
 
 
 

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