29.11.2018 | Redaktion

Lebenschancen nutzen durch Mobilität

Aktuelle Ausgabe der "dreizehn" beschäftigt sich mit dem Thema Jugendmobilität

Mobilität bietet Perspektiven. Lebenschancen zu nutzen, hängt in modernen Gesellschaften nicht zuletzt von der Bereitschaft und Befähigung zur Mobilität ab. Die aktuelle Ausgabe der "dreizehn – Zeitschrift für Jugendsozialarbeit" befasst sich mit dem Thema Jugendmobilität. Neben internationaler Mobilität und Hürden im Zugang zu Mobilitätsprogrammen wird die regionale Mobilität von sozial benachteiligten und individuell beeinträchtigten jungen Menschen in den ostdeutschen Bundesländern thematisiert.

Unter anderem wird eine Pilotstudie der Manege gGmbH, einer Einrichtung für Jugendsozialarbeit, Jugendberufshilfe und Jugendhilfe, aus Berlin vorgestellt, die sich mit der Mobilität von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in ländlichen und randurbanen Räumen der ostdeutschen Bundesländer beschäftigt. Die Studie geht der Frage nach, wie jungen Menschen, die sozial benachteiligt oder individuell beeinträchtigt sind, die Mobilität gelingt. Inwiefern begreifen sie Mobilität als Eröffnung von Perspektiven?

Mobilität als große Herausforderung

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die befragten jungen Menschen Mobilität nicht als wachsende Lebenschance wahrnehmen, sondern vielmehr als großen Eingriff in ihre Lebensgewohnheiten. Sie erhalten durch bekannte Lebensstrukturen und Bezugsgruppen Lebenssicherheit und Vertrauen. Abwanderung oder Pendeln zwischen Lebensort und Arbeit bedeutet eine Veränderung von Gewohnheiten und das Verlassen des bekannten sozialen Umfeldes und stellt insbesondere für die Teilnehmer der Studie eine große Herausforderung dar. Damit beschränkt sich die räumliche und gesellschaftliche Teilhabe der Befragten auf einen eingegrenzten Lebensraum, der ihnen jedoch vollkommen ausreicht.

Die Jugendlichen sind sich der Chancen außerhalb ihres Lebensortes bewusst. Obwohl regionale Mobilität Möglichkeiten auf dem ersten Ausbildungs-/Arbeitsmarkt eröffnet und damit das Ausmaß gesellschaftlicher Teilhabe erhöhen kann, überwiegen nach subjektiven sozialen und emotionalen Präferenzen trotzdem die Vorteile des Bleibens. Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten spielt eine nebensächliche Rolle, denn Lebenssicherheit erfahren diese jungen Menschen nur durch an Personen gebundene und verlässliche Begleitung.

Mobilität in die Lebensplanung integrieren

Die Autoren verdeutlichen, dass nicht die Mobilität an sich das Problem darstellt, sondern die unbegleitete Mobilität, die bei den Betroffenen Hilflosigkeits- und Verlassenheitsgefühle auslöst. Die Jugendlichen brauchen eine Stelle, die bedingungslos für sie da ist. Daher fordern die Autoren Arrangements einer professionellen Hilfe zur Alltagsbewältigung. Diese Arrangements müssen rechtlich gewährleistet werden, um berufsbegleitende regionale Mobilität in die Lebensplanung von jungen benachteiligten oder beeinträchtigten Menschen zu integrieren und damit die Arbeitsmarktchancen und die gesellschaftliche Teilhabe zu erhöhen.

Im Rahmen der Studie wurden 35 junge Menschen aus den ostdeutschen Bundesländern befragt, die zum Befragungszeitpunkt an Aktivierungsmaßnahmen teilnahmen.

Weitere Informationen:

  • dreizehn Nr. 20
    Die aktuelle Ausgabe der "dreizehn – Zeitschrift für Jugendsozialarbeit" kann auf der Seite des Kooperationsverbunds Jugendsozialarbeit heruntergeladen werden.
 
 
 

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