17.03.2017 | PM KDFB und IN VIA | Redaktion

Berufliche Integration geflüchteter Frauen

Verbände fordern Ausweitung von Teilzeitausbildung und Assistierter Ausbildung

Weibliche Geflüchtete werden in der öffentlichen Diskussion kaum wahrgenommen. Dabei werden mehr als ein Drittel aller Asylanträge in Deutschland von Frauen und Mädchen gestellt. IN VIA Deutschland und der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) fordern deshalb, dieser Gruppe mehr Beachtung zu schenken und ihre Bedarfe ernst zu nehmen.  Durch gezielte Integrationsangebote könne den Frauen und Mädchen eine selbstbestimmte Lebensperspektive eröffnet werden.

Damit die Integration der Frauen und Mädchen in die Gesellschaft gelingen könne, sei es wichtig, ihnen nach ihrer Ankunft so schnell wie möglich Zugang zu Sprachkursen, Bildung, Ausbildung und Erwerbstätigkeit zu ermöglichen, so die Verbände. Vor allem für die jungen Frauen komme dem Weg in die Berufsausbildung besondere Bedeutung zu. „Jede hier vertane Unterstützung rächt sich in der Zukunft", sagte Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland. Sie hat dabei Erkenntnisse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Blick, nach denen die nach Deutschland geflüchteten Frauen und Mädchen einen deutlich geringeren schulischen und beruflichen Bildungsstand aufweisen als die Männer.

Jede vertane Unterstützung rächt sich in der Zukunft.

 

„Eine eigenständige Existenzsicherung ist grundlegend für ein demokratisches und gleichgestelltes Miteinander von Frauen und Männern in unserer Gesellschaft", betont KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Die Verbände fordern deshalb einen Abbau gesetzlicher Hürden und schnellere Zugänge in berufsfördernde Angebote des Sozialgesetzbuchs III, die Asylsuchenden aktuell erst nach 15 Monaten gewährt werden können. Angebote wie die Teilzeitberufsausbildung oder die assistierte Ausbildung seien besonders geeignet und sollten daher für Geflüchtete geöffnet und zudem ausgebaut werden.

Unabhängig von der beruflichen Ausbildung halten die Frauenverbände auch die Informationsweitergabe zu den Grundlagen eines friedlichen Zusammenlebens, der Demokratie und der Rechteordnung für notwendig. Dazu könnten zum Beispiel Orte der Begegnung mit einheimischen Frauen beitragen, die gegebenenfalls geschaffen werden müssten.

Eine eigenständige Existenzsicherung ist grundlegend für ein demokratisches und gleichgestelltes Miteinander von Frauen und Männern.

 

Das Wissen um ein Wertesystem, in dem die Gleichberechtigung von Frau und Mann festgeschrieben sei, bedeute für geflüchtete Frauen neben Schutz und Sicherheit auch die Möglichkeit, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.  Für alle integrativen Maßnahmen gelte, dass die Achtung der Würde und der Rechte der Frauen und Mädchen sowie die Ablehnung jeglicher Form von Diskriminierung und Gewalt unverzichtbarer Inhalt der Wertevermittlung sein müsse.

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