25.11.2019 | Redaktion | Bundesjugendkuratorium

Mehr Beteiligung gefordert

Bundesjugendkuratorium will junge Menschen in Politikberatung einbeziehen

Kinder und Jugendliche werden in der letzten Zeit zunehmend aktiver, um für ihre ureigenen Interessen zu kämpfen – dafür sind die „Fridays for Future“-Demonstrationen nur ein Beispiel. Sie beteiligen sich an der gesellschaftlichen Debatte, indem sie politische Forderungen stellen. Doch sind sie auch genügend an politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt? Das Bundesjugendkuratorium (BJK) verneint diese Frage ganz klar – und fordert zu einer Auseinandersetzung auf, wie junge Menschen systematisch in Beratungsprozesse der Bundespolitik einbezogen werden können.

Bild: Halfpoint/Adobe Stock

In einer Stellungnahme zeigt das BJK auf, dass die bisherigen politischen Beratungsformen ganz überwiegend Erwachsenen vorbehalten sind. Die etablierten Formate seien für junge Menschen kaum zugänglich. Dabei haben Kinder und Jugendliche aus Sicht der Autorinnen und Autoren nicht nur Kompetenzen, die bislang zu wenig genutzt werden, sondern auch ein Recht auf politische Teilhabe. Bei den nationalen gesetzlichen Vorgaben ist dies unter anderem im SGB VIII verankert, im Rahmen internationaler Abkommen vor allem in der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK).

"Junge Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderungen oder aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten sind in den etablierten Beteiligungsformen deutlich unterrepräsentiert."  - Bundesjugendkuratorium

 

Auf dieser Basis formulieren sie Empfehlungen, wie eine umfassende Beteiligung an der Politikberatung nachhaltig abgesichert werden könnte. Nötig sind demnach vor allem

  • eine systematische Bestandsaufnahme in allen Ministerien, Ressorts und Organen der Bundespolitik,
  • ein Konzept, wie junger Menschen mit ihren jeweiligen Erfahrungen angesprochen werden können und sollen,
  • altersgerechte Informationsangebote, Zugänge und Instrumente,
  • die Entwicklung einer nachhaltigen Infrastruktur und von Qualitätsstandards für die Beteiligung und
  • ein systematisches Monitoring mit regelmäßiger Berichtspflicht.

Außerdem müssten auch neuere Entwicklungen zum Beispiel in Bezug auf Digitalisierung, Umweltschutz, regionale Disparitäten und Ganztagsbetreuung berücksichtigt werden. Diese würden bisher sowohl in der Form der Beteiligung als auch als Gegenstand der Beteiligung in der Politikberatung von jungen Menschen noch kaum aufgenommen. Hier bestehe großer Handlungsbedarf.

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