22.10.2019 | Redaktion | BVkE

Stationäre Jugendhilfe und ihre Nachhaltigkeit

Gelingensfaktoren für Übergang in die Selbständigkeit

Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (BVkE) hat in Kooperation mit dem Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ) die Studie "Care Leaver – stationäre Jugendhilfe und ihre Nachhaltigkeit" durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Qualität der Beziehungen zwischen den jungen Menschen und ihren Betreuungspersonen sowohl im Rahmen der stationären Hilfe als auch innerhalb der ambulanten Betreuung von zentraler Bedeutung ist. Die Nachhaltigkeit der Betreuung wird vor allem durch eine qualitativ hochwertige Nachbetreuung gesichert.

Abbildung aus der Zusammenfassung der Studie, Bild: BVkE

Ergebnisse der Jugendforschung zeigen, dass junge Menschen heute einen relativ langen Übergangsprozess von Schule, Ausbildung und Start ins Berufsleben durchlaufen und in der Regel erst Mitte des dritten Lebensjahrzehnts ihr Leben selbst in die Hand nehmen (können). Dieser Wandel ist für junge Menschen, die einen Teil ihres Lebens in einer stationären Einrichtung der Erziehungshilfe verbracht haben (Care Leaver), mit Verunsicherungen und einem erhöhten Risiko des Scheiterns verbunden. Der Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V. (BVkE) hat in Kooperation mit dem Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ) die Studie "Care Leaver – stationäre Jugendhilfe und ihre Nachhaltigkeit" durchgeführt. Mithilfe dieser wissenschaftlichen Untersuchung wurde zum einen die langfristige Wirksamkeit stationärer Hilfen analysiert. Zum anderen konnten spezifische Wirkfaktoren herausgearbeitet werden, die die Entwicklung von Care Leavern nach der Beendigung ihrer stationären Jugendhilfe nachhaltig positiv unterstützen. Dazu zählen:

  • Qualität der Vorbereitung im Rahmen der stationären Erziehungshilfe,
  • Art der Beendigung der stationären Hilfe und Abschiedsgestaltung,
  • Partizipation an der Hilfeplangestaltung der Zeit nach Beendigung der stationären Hilfe.

Die Studie macht auch deutlich, dass vor allem die Qualität der Beziehungen zwischen den jungen Menschen und ihren Betreuungspersonen sowohl im Rahmen der stationären als auch ambulanten Betreuung von zentraler Bedeutung ist. Davon lässt sich für die Praxis ableiten, dass die Aufrechterhaltung von Kontakten und Beziehungen verbessert werden soll. Konkret gibt die Studie die folgenden Empfehlungen:

  • Aufrechterhaltung von Kontakten und Beziehungen,
  • Einrichtung/Finanzierung offener Anlaufstellen für Care Leaver,
  • verbindliche Organisation einer flexiblen Nachsorge durch öffentliche Träger,
  • regelmäßige Dokumentation der Entwicklung von Care Leavern (Monitoring),
  • verbindliche Klärung der rechtlichen Zuständigkeit, zum Beispiel Übertragung der Verantwortung an Träger der stationären Hilfe (Lotsenfunktion).

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