05.07.2019 | Redaktion | IW Köln

Digitalisierung in der dualen Berufsausbildung

Auswirkungen auf die Ausbildungsaktivitäten von Unternehmen

Eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass etwa ein Drittel von vorwiegend kleineren ausbildenden Unternehmen sich bisher noch nicht mit dem Thema Digitalisierung in der betrieblichen Ausbildung beschäftigt hat. Die häufigsten Aktivitäten bestehen in der Nutzung von Impulsen der Auszubildenden, in der Weiterbildung der eigenen Ausbilder sowie in der Anpassung der Ausbildungsinhalte.

Beschäftigung mit der Digitalisierung in der beruflichen Ausbildung. Grafik: IW Köln

Während fast alle Unternehmen digitale Technologien für betriebliche Aufgaben einsetzen, haben sich bislang nur gut zwei Drittel von ihnen mit der Digitalisierung in der Ausbildung beschäftigt. Mit der Anzahl der im Unternehmen genutzten digitalen Technologien steigt die Intensität allerdings deutlich an. Knapp ein Drittel der ausbildenden Unternehmen hat sich bisher noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt – das betrifft vor allem kleine Unternehmen.

Große Unternehmen haben sich signifikant häufiger intensiv mit der Digitalisierung in der Ausbildung beschäftigt. Auch zwischen den Wirtschaftsbereichen gibt es Unterschiede: Während sich in der Industrie und im Dienstleistungsbereich jeweils gut zwei Drittel der Unternehmen intensiv mit dem Thema beschäftigen, hat sich in der Baubranche die Hälfte der Unternehmen noch gar nicht mit dem Thema befasst. Insgesamt zeigt sich, dass viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Thema Digitalisierung der betrieblichen Ausbildung noch aufschließen müssen.

Gut ein Drittel der Unternehmen nutzt Kooperationen mit anderen Unternehmen oder externen Partnern, um die Digitalisierung voranzutreiben.

 

Praxisbeispiele zeigen, dass altersgemischte Teams eine gute Möglichkeit sein können, um Impulse von Auszubildenden oder neuen Mitarbeitern mit dem beruflichen Erfahrungswissen von älteren Mitarbeitern zusammenzubringen. Knapp 50 Prozent der befragten Unternehmen haben innerhalb der vergangenen fünf Jahre im Zuge des digitalen Wandels ihre Ausbildungsinhalte angepasst. Die Baubranche bildet hier eine Ausnahme.

Ein Drittel aller Unternehmen hat bereits digitale Lehr- und Lernmethoden eingeführt und geht damit neue Wege bei der betrieblichen Qualifizierung. Gut ein Drittel der Unternehmen nutzt Kooperationen mit anderen Unternehmen oder externen Partnern, um die Digitalisierung voranzutreiben.

Azubis treiben Digitalisierung

Mehr als die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass ihre Auszubildenden eigene Ideen und Erfahrungen aus dem Bereich der Digitalisierung aktiv in die Ausbildung einbringen. Dies wurde am häufigsten genannt und passt zu der Annahme, dass besonders junge Menschen aus ihrem Umfeld häufig Erfahrung, Affinität und digitale Kompetenzen mitbringen – beispielsweise im Umgang mit den sozialen Medien. Dies können Unternehmen noch systematischer nutzen, um ihre Ausbildungsqualität zu steigern.

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