01.07.2019 | Redaktion | IN VIA

Dokumentation Projekt BEGIN

Begleitung und Integration  von geflüchteten Frauen

Bislang spielen geflüchtete Frauen in der öffentlichen Wahrnehmung selten eine Rolle – und wenn doch, wird ihnen fast immer die Opferrolle zugewiesen. Sie nur als Leidtragende und Hilfsbedürftige zu sehen, wird ihnen jedoch nicht gerecht. Mit der Dokumentation des Projekts BEGIN bietet IN VIA Deutschland nun eine Handreichung zur Weiterentwicklung und Begleitung der Angebote vor Ort.

Ausschnitt aus dem Titelbild, Bild: DCV/KNA/Oppitz

Geflüchtete Frauen müssen als Expertinnen ihres eigenen Lebens anerkannt werden, fordert IN VIA. Dazu sei ein Perspektivwechsel weg von der Defizitorientierung hin zur Wertschätzung der Frauen und ihrer Fähigkeiten nötig. Nicht nur die Soziale Arbeit, sondern auch Behörden, Institutionen und Unternehmen sind dazu herausgefordert, geflüchtete Frauen mit ihren konkreten Bedarfen und Fähigkeiten wahrzunehmen und entsprechend individuell zu fördern. IN VIA unterstützt geflüchtete Frauen dabei, ihren Alltag zu bewältigen, ihre Potenziale zu entfalten und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die Angebote reichen von der Sprachförderung und beruflichen Orientierung über Begegnungscafés und  Patenschaftsprojekte bis hin zu psychosozialer Beratung und künstlerischen Aktivitäten. Zur Begleitung und Weiterentwicklung der Angebote vor Ort initiierte IN VIA Deutschland das Projekt BEGIN – Begleitung und Integration von geflüchteten Frauen.

Bereits in der Projektaufbauphase zeigte sich, dass ein Kernproblem darin besteht, geflüchtete Frauen zu erreichen und für ein Angebot zu gewinnen. Es wurde deutlich, wie wichtig es für eine gelungene Ansprache ist, zu beachten, dass es unter den geflüchteten Frauen diverse Zielgruppen gibt, die unterschiedliche Interessen und Bedarfe haben.

Der direkte Kontakt und die persönliche Einladung seien in den meisten Fällen unverzichtbar. Dafür sei es zielführend, Netzwerke zu nutzen und die Angebote über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bekannt zu machen, zum Beispiel bei den Sozialarbeitenden in Unterkünften für Geflüchtete, bei Beratungsstellen, ehrenamtlichen Initiativen, der Schulsozialarbeit, Schwangerenberatung und Kindertagesstätten. Eine Einladung werde viel eher angenommen, wenn sie durch Personen, die die Frauen bereits kennen und denen sie vertrauen, übermittelt werde. Als besonders vielversprechend hat sich die Mund-zu-Mund-Propaganda herausgestellt, wenn Frauen von Freundinnen oder Verwandten eingeladen werden, die bereits am Angebot teilnehmen. Angebote für geflüchtete Frauen sollten grundsätzlich eine möglichst niedrigschwellige Ansprache berücksichtigen und die inhaltliche Gestaltung sollte viele Anknüpfungspunkte zum Alltag der Frauen bieten.

Die Dokumentation schließt mit fünf Praxisbeispielen, die Einblicke in abgeschlossene Aktionen und die aktuelle Arbeit ermöglichen. Die "Blicke in die Praxis" bieten Anregungen für die Konzeption neuer Angebote, die von den geschilderten Erfahrungen profitieren können.

Weitere Informationen

  • BEGIN - Dokumentation der Projektergebnisse (PDF)
    In der Dokumentation werden die Entstehung und die wichtigsten Bausteine des Projekts BEGIN geschildert. Es folgt ein Überblick zu den Lebenslagen geflüchteter Frauen in Deutschland und die Darstellung von Erkenntnissen des Projekts für die Soziale Arbeit. Daraus werden die zu verbessernden Rahmenbedingungen abgeleitet.
 
 
 

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