07.09.2017 | Redaktion

Extremismus im Jugendalter

Stellungnahme der Kinderkommission des Bundestages erschienen

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages beschäftigt sich in ihrer jüngsten Stellungnahme mit dem Phänomen des Extremismus bei Jugendlichen: „Jung und extrem - Jugend und Extremismus in Deutschland“. Mit Hilfe von Expertinnen und Experten analysiert die Kommission darin den gewaltbereiten Islamismus und den Rechtsextremismus im Jugendalter. Um der Radikalisierung junger Menschen entgegenzuwirken, gibt sie Handlungsempfehlungen für die Bereiche Bildung, Medienkompetenz und Jugendarbeit.

Skinhead von hinten, im Hintergrund eine Neonazi-Kundgebung
Bild: Marek Peters / www.marek-peters.com

In der Stellungnahme wird Jugend als eine Umbruchs- und Orientierungsphase beschrieben, in der Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität sind. Weil es ihnen darin um Abgrenzung und Neuorientierung gehe, seien sie besonders empfänglich für extremistische Angebote. Für ihre Suche nach Sinn böten die Ideologien mit klaren Handlungsanweisungen, ihrer Vereinfachung einer komplexen Realität und einem simplen Freund-Feind-Bild Orientierungsangebote. Daraus, dass die Jugendlichen in einer Phase des Umbruchs seien, leiteten sich aber auch Chancen für Prävention ab: "Menschen sind im Jugendalter noch nicht komplett gefestigt, sie sind auf der Suche, Verläufe sind noch offen." Aus diesem Grunde sei es wichtig, Prävention zu stärken, damit sich so viele Jugendliche wie möglich wieder von der menschenverachtenden Ideologie abwenden.

Die Autorinnen und Autoren der Stellungnahme analysieren die spezifischen Gründe und Wirkungsmechanismen für die Radikalisierung Jugendlicher in den Bereichen Islamismus und Rechtsextremismus und formulieren Empfehlungen für die Präventionsarbeit, so unter anderem:

  • jede Schule zu einem Ort zu machen, der die Grundlagen für das Zusammenleben in unserer pluralistischen Gesellschaft erprobt,
  • LehrerInnen, ErzieherInnen und andere Fachkräfte stärker dabei zu unterstützen, kompetent mit sich radikalisierenden jungen Menschen umzugehen und Warnhinweise frühzeitig zu erkennen,
  • die Medienkompetenz junger Menschen im Hinblick auf Propaganda und Ideologien zu stärken und
  • demokratische Erlebniswelten zu fördern, die jungen Menschen - in der Stadt wie auf dem Land - Teilhabe- und Partizipationsmöglichkeiten eröffnen.

Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages (KiKo) gibt es seit 1988. Sie ist ein Unterausschuss des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche.

 
 
 

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