11.12.2020 | Redaktion | G.I.B. NRW | MAGS NRW

"berufswahlapp" in der Erprobung

Analoger Berufswahlpass wird digital weiterentwickelt

Das erste digitale Portfolioinstrument für die Berufsorientierung befindet sich in der Erprobungsphase. Im Entwicklungsprojekt "Berufswahlpass 4.0" wird der bekannte analoge Berufswahlpass (BWP), der bundesweit in vielen Schulen genutzt wird, zur "berufswahlapp" weiterentwickelt – so der Arbeitstitel. Die erste Version der App wird seit Oktober 2020 an Erprobungsschulen in acht Bundesländern getestet. Federführend bei der Neukonzeption ist das Land Nordrhein-Westfalen.

Bild: G.I.B. NRW | sunzinet AG

Der Berufswahlpass ist mit einer jährlichen Auflage von rund 200.000 Exemplaren eines der meist verbreiteten Portfolioinstrumente in der beruflichen Orientierung. Aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens Jugendlicher sowie der neuen Möglichkeiten digitaler Medien hatte sich die Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass darauf verständigt, das Gesamtkonzept des Berufswahlpasses zu erneuern. Das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) sowie das Ministerium für Schule und Bildung (MSB), verantwortet die Leitung des Gesamtvorhabens. Der G.I.B. NRW wurde die Projektleitung und -umsetzung übertragen.

Im ersten Schritt haben Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte Test-Zugänge und Online-Fragebögen erhalten. Die Ergebnisse der Befragung werden wissenschaftlich ausgewertet und aufbereitet und fließen in die weitere Entwicklung mit ein. Dafür wurden zwei zentrale Elemente entwickelt: Im "interaktiven Berufsorientierungsweg" finden die Schülerinnen und Schüler eine übersichtliche Darstellung von Aufgaben, Informationen und Orientierungsangeboten, die jeweils zentralen Stationen auf dem Weg der Beruflichen Orientierung zugeordnet sind. Im so genannten "Reflexionsraum" können sie ihre Erfahrungen in Form von Storys und Statements festhalten, indem sie passende Bilder, Videos oder Sprachnachrichten hochladen. So erhalten Jugendliche die Möglichkeit, Erlebtes und Gelerntes zu reflektieren und zu präsentieren.

In der Entwicklung der berufswahlapp wird der sogenannte MVP-Ansatz verfolgt. MVP steht für "Minimum Viable Product", also ein minimal funktionsfähiges Produkt. Dabei erfolgt die Entwicklung der Berufswahl-App in drei Etappen, wobei am Ende jeder Etappe eine neue erweiterte Version der Software steht. Ein zentraler Vorteil dieses Ansatzes ist die frühzeitige Einbindung der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer. Die Erprobung des MVP wurde Ende November 2020 abgeschlossen. Zwischen den Oster- und Sommerferien 2021 wird die Erprobung der zweiten Etappe durchgeführt, worin weitere Funktionen und Features mit den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der Erprobungsschulen getestet werden.

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