24.09.2019 | Redaktion | BAG KJS

Jugendarmut wächst weiter

"Update Jugendarmut 2019" der Katholischen Jugendsozialarbeit

Ein Fünftel aller Jugendlichen und ein Viertel aller jungen Erwachsenen bis 25 sind von Armut bedroht. Diese Zahlen bestätigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken. Die Jugendarmutsquote stieg in den letzten Jahren um 1,4 Prozent, die Armutsgefährdungsquote bei 18 bis 25-Jährigen um 1,5 Prozent seit 2012. Die aktuellen Fakten zur Jugendarmut stellte die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) in einem "Update Jugendarmut 2019" zusammen.

Bild: illustrissima/Adobe Stock

Sehr groß sind weiterhin auch die regionalen Unterschiede etwa zwischen Bremen (35,8 Prozent der Jugendlichen) und Baden-Württemberg (14,6 Prozent) oder Bayern (12,9 Prozent). Diese Befunde bestätigen auch die Ergebnisse des Monitors Jugendarmut in Deutschland 2018, in dem die BAG KJS aufzeigte: Keine Altersgruppe ist stärker von Armut betroffen als Jugendliche und junge Erwachsene. Der Weg in das Erwachsenenleben und die Übergänge in Selbständigkeit sind für junge Menschen, die nicht auf eine entsprechende Unterstützung ihrer Familie zurückgreifen können, äußerst riskant: 51,5 Prozent aller alleinstehenden Jugendlichen und 56 Prozent aller alleinstehenden jungen Erwachsenen sind von Armut bedroht.

Auf die Frage nach weiteren Erkenntnissen zu den Lebenslagen von armen Jugendlichen und jungen Erwachsenen verweist die Bundesregierung auf mangelnde Daten, insbesondere über junge Menschen, die den Kontakt zu den Behörden abgebrochen haben. Alarmierende Befunde gibt es allerdings aus der Bildungsforschung: So geht der Berufsbildungsbericht 2019 von 2,1 Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss aus. Die aktuelle Bildungsstudie des Deutschen Caritasverbandes (DCV) weist rund 52.000 Schülerinnen und Schüler aus, die 2017 die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen haben. Besonders junge Menschen mit schlechter Schulbildung und ohne Berufsausbildung tragen ein sehr hohes Armutsrisiko.

Weitere Informationen

  • BAG KJS: Update Jugendarmut 2019
    Nach dem "Monitor Jugendarmut" aus dem Jahr 2018 weist die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit nun auf die aktuellen Zahlen hin.
 
 
 

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