30.08.2019 | Redaktion | DGB

Zu wenig "Ausbildung 4.0"

Ausbildungsreport der DGB-Jugend 2019

Viele Auszubildende werden nach ihrer eigenen Einschätzung nur unzureichend auf die Digitalisierung der Arbeitswelt vorbereitet. Zwar geben rund 80 Prozent der Befragten des DGB-Ausbildungsreports an, dass Digitalisierung und Automatisierung in ihrer Ausbildung wichtig oder sehr wichtig sind. Doch nur 54 Prozent der Jugendlichen sehen sich während ihrer Ausbildung gezielt darauf vorbereitet, digitale Technologien auch zu nutzen. Die "Ausbildung 4.0" ist Schwerpunktthema des Reports.

Nicht einmal ein Drittel (31,3 Prozent) der Azubis wird an der Berufsschule "sehr gut" oder "gut" auf den Umgang mit digitalen Medien und Technologien vorbereitet. Ein Grund dafür liegt offenbar in einer mangelhaften Ausstattung vieler Berufsschulen in Bezug auf digitale Technologien. Fast ein Drittel der Auszubildenden beurteilen diese Ausstattung ihrer Berufsschule als "ausreichend" oder "mangelhaft". Die fachliche Qualität ihres Berufsschulunterrichts bewerten erneut gerade einmal 55,9 Prozent (Vorjahr: 56 Prozent) der befragten Auszubildenden als "sehr gut" oder "gut". Die Zufriedenheit mit der Berufsschule bleibt durchgängig deutlich hinter der betrieblichen Zufriedenheit zurück.

Ausbildungszufriedenheit sinkt

Insgesamt ist die Ausbildungszufriedenheit niedriger als im Vorjahr. Dies ist zwar nur ein leichter Rückgang (von 70,2 auf 69,9 Prozent), der aktuelle Wert ist aber der bislang niedrigste im Rahmen des Ausbildungsreports ermittelte. Erstmals in der Geschichte des Reports wurde damit die 70-Prozent-Marke unterschritten. Auch andere Werte wie die Häufigkeit ausbildungsfremder Tätigkeiten und der Anteil der Auszubildenden, bei denen Ausbilderinnen und Ausbilder selten oder nie am Ausbildungsplatz verfügbar sind, verschlechterten sich leicht.

Wie der Ausbildungsreport 2019 erneut zeigt, ist die Bewertung der Ausbildungsqualität stark abhängig vom jeweiligen Ausbildungsberuf bzw. der Branche. Am besten bewerten in diesem Jahr die angehenden Industriemechaniker und Industriemechanikerinnen die Qualität ihrer Ausbildung. Auf den Rängen zwei bis fünf folgen die künftigen Verwaltungsfachangestellten, Industriekaufleute, Mechatroniker und Mechatronikerinnen sowie Zerspanungsmechaniker und Zerspanungsmechanikerinnen. Am unteren Ende der Skala rangieren wie in den letzten Jahren die Fachverkäufer und Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk sowie die Hotelfachleute.

Weitere Informationen

  • DGB-Jugend: Ausbildungsreport 2019
    Auszubildende müssen gerüstet sein für digitale Technologien und sich wandelnde Tätigkeitsprofile. Der Ausbildungsreport der DGB-Jugend 2019 untersuchte, wie die Realität aus Sicht der Azubis ist.
 
 
 

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