05.06.2019 | Redaktion | DJI

Berufseinstieg und Beziehung

Ein missglückter Start ins Arbeitsleben gefährdet oft eine Partnerschaft

Wenn der Berufseinstieg misslingt, wird das für Partnerschaften oft zur Belastungsprobe. Vor allem bei jungen Männern ist im Fall des Scheiterns an der zweiten Schwelle die Trennungsrate deutlich erhöht. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Studie der beiden Soziologinnen Valerie Heintz-Martin, Wissenschaftlerin des Deutschen Jugendinstituts (DJI), und Cordula Zabel, Wissenschaftlerin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Bild: Damir | Adobe Stock

Viele junge Paare halten den Berufseinstieg für den Grundstein einer festen Beziehung. Doch so einfach ist es nicht, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Soziologinnen Valerie Heintz-Martin vom Deutschen Jugendinstituts (DJI), und Cordula Zabel, vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) untersuchten, inwiefern sich der Übergang von der Ausbildung in den Beruf stabilisierend oder destabilisierend auf Partnerschaften auswirkt. Demnach ist die Trennungsrate bei Männern, die beim Berufseinstieg scheitern, um 43 Prozent höher als bei Männern, die den Übergang erfolgreich meistern. Bei Frauen treten diese Effekte dagegen nicht auf. Es zeigten sich also deutliche geschlechtsspeziefische Unterschiede:

Die Arbeitslosigkeit des Mannes belastet junge Paare stark, die Arbeitslosigkeit der Frauen dagegen nicht. Die Autorinnen vermuten die Ursache für diese geschlechtsspezifische Differenz darin, dass Männer und Frauen persönliche Lebenskrisen unterschiedlich verarbeiten. Auch gehen sie davon aus, dass traditionelle Rollenbilder einen Einfluss haben und junge Paare Männer noch immer in der Rolle des Ernährers sehen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Arbeitslosigkeit des Mannes junge Paare stark belastet, die Arbeitslosigkeit der Frauen dagegen nicht“. Valerie Heintz-Martin, DJI

 

Die Basis für die Analyse der Wissenschaftlerinnen lieferte das Beziehungs- und Familienpanel Pairfam, das Längsschnittdaten über Partnerschaftsverläufe junger Menschen in Deutschland liefert. Ausgewertet wurden die Daten von mehr als 1500 westdeutschen Männern und Frauen im Alter von 18 bis Anfang 30. Während frühere Forschungsarbeiten meist mit dem Einfluss des Berufseinstiegs auf die Neigung von Paaren untersuchten, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen, untersucht die aktuelle Studie ebenso die Trennungsrate beim Wechsel von der Ausbildung oder dem Studium in den Beruf. Geprüft wurde unter anderem, welchen Einfluss Arbeitslosigkeit auf die Stabilität von Partnerschaften hat.

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