14.05.2018 | PM Leopoldina | Redaktion

Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge

Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Flüchtlinge erleben häufig vor und während der Flucht ein immenses Ausmaß an Gewalt und lebensbedrohlichen Situationen oder wurden Zeugen von solchen traumatisierenden Ereignissen. Bei vielen Betroffenen führen diese Erfahrungen zu psychischem und körperlichem Leid. Niederschwellige Angebote können den Betroffenen helfen. Darauf weisen die Leopoldina und die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften in einer Stellungnahme hin.

Physische und  psychische  Leiden  variieren  je  nach  der  Summe  erlebter massiver  Bedrohungen  wie  Kriegs-  und Fluchterfahrung, aber  auch  in  Abhängigkeit  von  Entwicklungsbedingungen in Kindheit und Jugend. Erste Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein großer Anteil der in den vergangenen Jahren  nach  Deutschland gekommenen Flüchtlinge professionelle Hilfe und Unterstützung  benötigt,  um  die  Voraussetzung  zu  erlangen,  erfolgreich  familiäre, schulische und berufliche Anforderungen zu bewältigen und um sich in die Gesellschaft integrieren zu können. In der Stellungnahme "Traumatisierte Flüchtlinge - schnelle Hilfe ist jetzt nötig" beschreiben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen traumatisierender Belastung und den negativen Folgen für die Betroffenen sowie die nachfolgenden Generationen. Effektive psychosoziale Hilfe muss hier rechtzeitig ansetzen, damit Sprachkurse und die Integration in das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt gelingen können.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen können dazu beitragen, dass die psychische Integrität der Betroffenen wiederhergestellt wird und dass negative Folgen für die Kinder der Betroffenen sowie für die Gesellschaft als Ganzes vermindert oder vermieden werden. Um ein solches differenziertes Begleitungs- und Behandlungskonzept umzusetzen, müssen die Akteure, vor allem in den Ländern und Kommunen, auch finanziell in die Lage versetzt werden.

 
 
 

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