20.01.2026 | Redaktion | BBSR

Fehlender Wohnraum für Azubis

Studie des BBSR dokumentiert Versorgungssituation auf dem Wohnungsmarkt

Für Auszubildende fehlt es bundesweit an bezahlbarem Wohnraum, und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Dies zeigt die Studie "Wohnraumversorgung und Wohnraumbedarfe von Studierenden und Auszubildenden" des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die fehlenden Wohnheim-Kapazitäten können auch vom freien Wohnungsmarkt nicht aufgefangen werden. Empfohlen werden daher unter anderem Neubauten von Wohnheimen und Kooperationen von Arbeitgebern, um der Versorgungslücke entgegenzuwirken.

Bild: gehapromo/Adobe Stock

Auszubildende leben zwar überwiegend noch bei ihren Eltern, doch Ausbildung erfordert heute zunehmend räumliche Mobilität. Wird kein wohnortnaher Ausbildungsplatz gefunden, müssen Jugendliche mit ihrem begrenzten Einkommen eine Unterkunft auf dem angespannten Wohnungsmarkt suchen.
Sie können dabei wählen zwischen WGs, Wohnheimen oder der eigenen Wohnung. Dabei wird letztere oft bevorzugt, obwohl hohe Kosten und eine mögliche fehlende soziale Anbindung Nachteile darstellen.
Geeigneten und finanzierbaren Wohnraum zu finden, ist allerdings aufgrund einer Versorgungslücke auf dem Wohnungsmarkt häufig schwierig.

Wohnraum für Azubis gegen den Fachkräftemangel

Die Mobilität von Auszubildenden kann dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Voraussetzung dafür sind jedoch passende Wohnangebote für Azubis, insbesondere in teuren Städten, denn für Unternehmen stellt der Mangel an bezahlbarem Wohnraum ein Hindernis für die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden dar. Eine Verbesserung der Wohnraumversorgung, etwa durch den Ausbau von Wohnheimen könnte hier Abhilfe schaffen.

„Die aktuelle Versorgungssituation bei Wohnheimplätzen ist vor diesem Hintergrund ungenügend und die Wohnraumversorgung von jungen Menschen in Ausbildung damit zu einem Standortfaktor für die Wirtschaft geworden.“

 

Wohnheime sichern nicht nur Wohnraum, sondern auch soziale Anbindung; minderjährige Auszubildende können dort zudem sozialpädagogisch betreut werden. Ergänzend könnten Arbeitgeberangebote im Beschäftigtenwohnen sowie Mikroappartements zusätzlichen Wohnraum schaffen. Bislang sind diese Angebote jedoch rar, mit Blick auf die demografische Entwicklung besteht hier deutlicher Ausbaubedarf.

Aus ihren Forschungserkenntnissen leiten die Verfasser der Studie folgende Handlungsempfehlungen ab:

  • Sensibilisierung junger Menschen in Ausbildung für die Vorteile von Wohnheimen
  • Mehr Investition in Wohnheimplätze und Verstetigung öffentlicher Förderung
  • Öffnung der Studierendenwerke für Auszubildende und Schaffung von Auszubildendenwerken
  • Förderung innovativer Konzepte durch Auslobung eines Preises
  • Gewinnung privater Anbieter für den Bau von Wohnheimen
  • Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für Neubauten
  • Untervermietungen und gemeinschaftliches Wohnen von jungen mit älteren Menschen bewerben
  • Unternehmen sollten „Wohnen für Mitarbeitende“ anbieten

Hintergrundinformationen zur Studie

Die Studie gibt einen Überblick über die Wohnraumversorgung sowie die damit verbundenen Wohnraumbedarfe von Studierenden und Auszubildenden. Das Projekt des Forschungsprogramms „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau (ExWoSt)“ wurde vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) durchgeführt. Auf Basis von z. B. Datenanalysen, fünf Expertenworkshops und zwei Befragungen unter 2.386 Auszubildenden und Studierenden und 286 Anbietern und Trägern von Wohnheimen wurden aktuelle und belastbare Informationen sowohl auf der Anbieter-, als auch auf der Nachfrageseite gewonnen.

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