30.01.2026 | Redaktion | Deutsche Telekom-Stiftung

Gutes Zeugnis für Stadt und Land

Umfrage der Deutschen Telekom-Stiftung zur Einschätzung von Bildungschancen

Stimmt die Annahme, dass die Bildungschancen junger Menschen auf dem Land deutlich schlechter sind als in der Stadt? Eine Umfrage des Instituts Allensbach hat diese These im Auftrag der Deutschen Telekom-Stiftung geprüft und bundesweit Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Eltern und Schulleitungen weiterführender Schulen befragt. Die Ergebnisse zeigen kein grundsätzliches Gefälle zwischen Stadt und Land. Allerdings liegen städtische Kommunen bei einem besonders wichtigen Faktor vorne: Ein funktionierendes kommunales Bildungsmanagement ist vor allem hier bereits etabliert.

Titelseite der Studie

Die in der Öffentlichkeit häufig aufgestellte These, dass in Deutschland die Bildungschancen junger Menschen in den ländlichen Regionen spürbar schlechter sind als in den Städten, bestätigt die Umfrage nicht. Sie zeigt allerdings deutlich, dass die Rahmenbedingungen und Prioritäten in Stadt und Land so unterschiedlich sind, dass Bildungspolitik nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie regional gezielt auf die jeweiligen Gegebenheiten ausgerichtet ist.

Insgesamt stellt eine große Mehrheit der Befragten den städtischen und ländlichen Bildungseinrichtungen ein gutes Zeugnis aus: 86 Prozent der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sehen in der eigenen Kommune gute Bildungschancen für Kinder und Jugendliche, ebenso 82 Prozent der Eltern sowie 70 Prozent der Schulleitungen. Im Vergleich gestehen die Eltern den Städten allerdings mehr Potenzial zu. 52 Prozent aller befragten Eltern meinen, die Bildungschancen in der Stadt seien besser als auf dem Land. Nur 15 Prozent haben den Eindruck, dass das für Kinder und Jugendliche zutrifft, die in ländlichen Räumen aufwachsen. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Schulleitungen halten die Bildungschancen in Stadt und Land für ausgewogen.

Berufliche Orientierung fest verankert

Nahezu alle Schulen haben Angebote der beruflichen Orientierung fest im Lehrplan verankert und bieten ein breites Spektrum an Maßnahmen an. Hier unterscheiden sich Schulen in Stadt und Land kaum. Die Detailanalyse macht jedoch deutlich, dass städtische und ländliche Schulen an einzelnen Stellen unterschiedliche Akzente setzen und die Anstrengungen ländlicher Schulen in diesem Bereich insgesamt stärker ausgeprägt sind. Sowohl in Städten als auch im ländlichen Raum sind an nahezu allen Schulen verpflichtende Praktika fest im Lehrplan vorgesehen. Ebenso ist der regelmäßige Besuch von Berufsberaterinnen und -beratern an nahezu allen Schulen etabliert. Im ländlichen Raum legen Schulen jedoch überdurchschnittlich viel Wert auf die Kooperation mit Unternehmen oder mit beruflichen Schulen sowie auf Bewerbungstrainings.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor kann aus Sicht der Deutsche Telekom Stiftung ein institutionalisiertes kommunales Bildungsmanagement sein. Hier zeigt die Befragung noch viel Luft nach oben. Nur ein Drittel der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister den Städten und gerade 7 Prozent ihrer Kolleginnen und Kollegen in den ländlichen Gebieten bestätigen, ein solches Bildungsmanagement zu haben. Damit werden aus Sicht der Telekom-Stiftung viele Chancen verschenkt, wenn es darum geht, den Kindern und Jugendlichen gute Bildung "aus einer Hand" zu ermöglichen.

Weitere Informationen