09.02.2026 | Redaktion | ifaa/Nordmetall

Nachwuchsgewinnung in der Industrie

Jugendstudie zeigt Handlungsbedarf bei der Berufsorientierung

Die Fachkräftesicherung ist auch für die Metall- und Elektroindustrie in Deutschland eine zentrale Herausforderung. Um die Einstellungen Jugendlicher besser zu verstehen und Übergange von der Schule in Ausbildung und Beruf zu erleichtern, haben Nordmetall und die Nordakademie mit dem ifaa-Institut die Jugendstudie „Berufsperspektiven der Generation Z“ durchgeführt. Die Studie stellt die Erwartungen junger Menschen den Anforderungen der Unternehmen gegenüber. Die nun veröffentlichten Ergebnisse zeigen vor allem Handlungsbedarf in der Berufsorientierung.

Bild: Titelblatt der ifaa/Nordmetall-Studie

Seit 2022 beschäftigen sich die Nordakademie, als Anbieter dualer Studiengänge in Norddeutschland, und Nordmetall, als Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, in ihren Jugendstudien mit Fragen, die junge Menschen bei ihrer Berufswahl beschäftigen. Ziel ist es, aus der Studie „Berufsperspektiven der Generation Z – Die Nordmetall Jugendstudien 2022 bis 2024“ Erkenntnisse zur Fachkräftegewinnung zu ziehen. Sie möchten wissen, was junge Menschen brauchen, damit sie sich im späteren Betriebsalltag wohlfühlen und motiviert mitarbeiten.

Auch wenn es bei den Antworten der Befragten regionale und geschlechtsspezifische Unterschiede gab, konnten die Autorinnen und Autoren der Studie beim ifaa — Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. aus den zentralen Ergebnissen zukünftige Handlungsfelder ableiten. Demnach sollten beispielsweise die MINT-Interessen junger Menschen gezielt gefördert werden. Bisher ist das Interesse an MINT-Fächern gering: Nur neun Prozent nennen Mathematik, Physik oder Informatik als Lieblingsfach. Für Industrieunternehmen ist dieses Interesse jedoch zentral, da es die Motivation und Lernbereitschaft von Auszubildenden beeinflusst.

Mehr Information über gewerblich-technische Berufe

Jugendliche legen großen Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz und gute Bezahlung, schätzen das Einkommen in Industrieberufen nach der Ausbildung jedoch deutlich zu niedrig ein. Diese Fehleinschätzung – eine Unterschätzung um 800 bis 1.100 Euro – beeinflusst die Berufswahl und mindert ihr Bewerbungsinteresse. Zudem vermittelt die schulische Berufsberatung laut Studie nur wenig Kenntnisse über gewerblich-technische und IT-Berufe.

Die Autorinnen und Autoren betonen darüber hinaus die zentrale Bedeutung von Schulpraktika für die Berufsorientierung. Auch Betriebsbesuche und Schnuppertage haben ein hohes Potenzial, werden jedoch nicht flächendeckend angeboten. Zudem kann der Austausch mit erfahrenen Auszubildenden das Interesse an einer Ausbildung stärken, weshalb sich Unternehmen eine stärkere Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft wünschen.

„Ein zentraler Schlüssel liegt aus unserer Sicht im kontinuierlichen, frühzeitigen Austausch zwischen Unternehmen und Jugendlichen, zum Beispiel im Rahmen von Schulkooperationen.“
Prof. Sascha Stowasser, Direktor des ifaa

 

Deutlich positiv wird in den Studienergebnissen hervorgehoben, dass die Befragten eine hohe Arbeitsbereitschaft mitbringen: Mehrheitlich wollen die Befragten nach der Ausbildung in Vollzeit arbeiten, stehen Teilzeitmodellen offen gegenüber und sind ambitioniert sowie aufstiegsorientiert.

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