05.02.2026 | Redaktion | htw saar

Überblick zur Schulsozialarbeit

htw saar veröffentlicht bundesweite Studie

Schulsozialarbeit begleitet Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen, unterstützt Eltern und Lehrkräfte und fördert Chancengleichheit. Trotz der rechtlichen Verankerung im § 13a SGB VIII unterscheiden sich Förderung, Strukturen und Zuständigkeiten zwischen den Bundesländern erheblich – ein "Flickenteppich", der bislang eine übergreifende Analyse erschwert hat. Einen Überblick bietet nun zum ersten Mal eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar), für die bundesweit 5.000 Fachkräfte der Schulsozialarbeit befragt wurden.

Bild: NN AI/Adobe Stock

Die Studie untersucht, wie Schulsozialarbeit strukturiert ist, wie Fachkräfte ihre Rahmenbedingungen einschätzen und welche Strukturen eine professionelle Arbeit unterstützen. Zwischen März und Mai 2025 beteiligten sich 5.070 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter an der Online-Erhebung. Die Befragung ergab unter anderem, dass das Berufsfeld stark weiblich geprägt ist (80,1 Prozent) und dass die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen überdurchschnittlich vertreten ist. Die Mehrheit der Befragten arbeitet an Grundschulen oder Sekundarschulen. Neben der Bezeichnung "Schulsozialarbeit" existiert eine Vielzahl weiterer Stellenprofile, oft gekoppelt an länderspezifische Förderprogramme.

Positiv fällt auf, dass viele Fachkräfte über ein eigenes Büro an der Schule verfügen und ihre Stellen überwiegend unbefristet sind. Drei Viertel der Befragten sagen, die Zusammenarbeit mit Lehrkräften finde "auf Augenhöhe" statt.

Zugleich sehen sie aber auch noch Herausforderungen:

  • Nur rund die Hälfte der Befragten berichtet von festen Strukturen im multiprofessionellen Team.
  • Ebenfalls nur etwa die Hälfte verfügt über standortspezifische Konzepte für die Schulsozialarbeit.
  • Rund 40 Prozent haben im vergangenen Jahr über einen Berufsausstieg nachgedacht – ein Hinweis auf eine hohe Arbeitsbelastung.

Im Berufsalltag dominieren einzelfall- und konfliktbezogene Aufgaben. Projektarbeit konzentriert sich vor allem auf den Bereich "Soziales Miteinander", während Themen wie "Inklusion" oder "Nachhaltige Entwicklung" bisher eine geringere Rolle spielen.

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