18.08.2026 | Redaktion | Bundesjugendring
Plattformen in die Pflicht nehmen
Bundesjugendring wendet sich gegen eingeschränkten Zugang zu sozialen Medien
Eine "Nutzung sozialer Medien nach klaren Regeln unter Aufsicht" durch Kinder unter 13 Jahren empfiehlt der Sonderausschuss der EU für die Online-Sicherheit von Kindern in seinem Bericht zum Schutz junger Menschen in der digitalen Welt. In einer Stellungnahme zum Bericht warnt der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) dagegen vor pauschalen Altersgrenzen: Statt junge Menschen auszuschließen, müssten Plattformen wirksam reguliert, bestehende Regeln konsequent durchgesetzt und junge Menschen verbindlich beteiligt werden.

Europäische Kommission

Titelseite des Berichts "Online-Sicherheit von Kindern"
Der Bericht des von Ursula von der Leyen eingesetzten Gremiums geht davon aus, Minderjährige seien durch die digitalen Dienste weitreichenden Risiken für ihre körperliche und psychische Gesundheit ausgesetzt. Um sie davor zu schützen, sollten Kinder unter 13 Jahren EU-weit nur mit Zustimmung und unter Aufsicht der Eltern oder im Bildungskontext zeitlich begrenzten Zugang zu altersgerechten sozialen Medien haben. Ab dem Alter von 13 Jahren sollten Jugendliche "die Vorteile einer zunehmend eigenständigen Nutzung altersgerechter und sicherer sozialer Medien und anderer digitaler Dienste genießen können".
Der Bundesjugendring lehnt pauschale Altersgrenzen ab. Entscheidend ist aus seiner Sicht, dass Plattformen in die Verantwortung genommen werden, wo von Diensten oder einzelnen Funktionen besondere Risiken für Kinder und Jugendliche ausgehen. Pauschale Altersgrenzen seien ein unverhältnismäßiger Eingriff in das Teilhaberecht von jungen Menschen. Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Jugendverbände fordert stattdessen eine konsequente und datenschutzkonforme Umsetzung des Digital Services Act: "Seine Vorgaben zum Schutz Minderjähriger und zur Begrenzung systemischer Risiken müssen umfassend ausgeschöpft werden, bevor mit pauschalen Altersgrenzen neue Zugangshürden geschaffen werden."
Außerdem sei es wichtig, junge Menschen und ihre demokratisch legitimierten Interessenvertretungen frühzeitig, kontinuierlich und entsprechend den Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung bei allen politischen Schritten zu diesen Fragen einzubeziehen.