31.08.2026 | Redaktion
Die Rolle der Familie bei digitaler Teilhabe
Diskussionspapier der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF)
Familien spielen eine zentrale Rolle beim Erwerb digitaler Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF) in einem Diskussionspapier hin. Eltern tragen Verantwortung für eine altersgerechte Begleitung ihrer Kinder in der Balance zwischen Schutz, Befähigung und Teilhabe. Eine noch größere Verantwortung weist die AGF jedoch den Anbietern digitaler Dienste zu: Sie müssten den Rechten und Entwicklungsbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht werden.

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Digitale Teilhabe ist aus Sicht der AGF heute eine wesentliche Voraussetzung für Bildung, Information, Kommunikation und gesellschaftliche Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Familien. Digitale Medien eröffnen Kindern und Jugendlichen vielfältige Chancen; eine übermäßige oder riskante Nutzung kann jedoch ihre körperliche, psychische, soziale und kognitive Entwicklung beeinträchtigen. Die Balance zwischen Schutz, Befähigung und Teilhabe muss sich mit Alter und Entwicklungsstand verändern: Bei jüngeren Kindern stehen Schutz und Begrenzung stärker im Vordergrund, mit zunehmendem Alter gewinnen Eigenverantwortung, Beteiligung und digitale Teilhabe an Bedeutung.
Familien dürfen aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft mit diesen Herausforderungen nicht allein gelassen werden. Sie benötigen Unterstützung dabei, digitale Entwicklungen in ihren Auswirkungen auf Erziehung, Beziehungen und Familienalltag zu reflektieren, etwa durch Angebote der Familienbildung. Die Hauptverantwortung für sichere digitale Umgebungen liegt aber nicht bei den Eltern, sondern bei Politik und Anbietern digitaler Dienste: "Nicht Kinder, Jugendliche und Familien müssen sich an problematische Plattformen anpassen, sondern digitale Dienste müssen den Rechten und Entwicklungsbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht werden." Medienkompetenz sei eine notwendige Voraussetzung digitaler Teilhabe. Sie könne jedoch eine sichere und kinderfreundliche Gestaltung digitaler Dienste nicht ersetzen.
Neben den Anforderungen an die digitalen Angebote plädieren die Autorinnen und Autoren des Diskussionspapiers aber auch für eine Einbeziehung der analogen Umgebung von Kindern und Jugendlichen: "Wer Mediennutzung und Bildschirmzeiten reduzieren will, muss Kindern und Jugendlichen zugleich attraktive öffentliche Räume sowie Spiel-, Bewegungs-, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten eröffnen und die gesellschaftliche Akzeptanz von kindgerechtem Verhalten in der Öffentlichkeit fördern."
Weitere Informationen
- AGF: Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt
Die AGF setzt sich für die Interessen und Rechte von Familien in Politik und Gesellschaft ein und fördert den Dialog zwischen den Verbänden und Interessenvertretungen der Familien und den Verantwortlichen der Familienpolitik.