06.05.2020 | Redaktion | BIBB/BMBF

Passungsprobleme leicht entspannt

Berufsbildungsbericht 2020 und Datenreport des BIBB erschienen

Der leichte Anstieg bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in den Jahren 2017 und 2018 hat sich im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt. Bei den Passungsproblemen hat sich die Situation hingegen leicht entspannt. Das geht aus dem Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor, der den jährlichen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung um umfassende Informationen und Analysen ergänzt. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, gab BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser eine Einschätzung der weiteren Entwicklung am Ausbildungsmarkt.

Bild: goodluz/Adobe Stock

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 6.300 (-1,2 Prozent) auf insgesamt 525.100 zurück. Da aber auch die Nachfrage nach dualen Ausbildungsangeboten wegen der demografischen Entwicklung und der höheren Studierneigung der jüngeren Generation gesunken ist, hat sich die Situation für die Jugendlichen nicht verschlechtert.

Die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise konnten in beiden Veröffentlichungen noch keine Berücksichtigung finden. Für eine fundierte Bewertung, wie sich der Ausbildungsstellenmarkt in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise weiterentwickeln werde, sei es aufgrund noch fehlender belastbarer Daten zu früh, sagte BIBB-Präsident Esser. Schon jetzt sei aber absehbar, dass die Corona-Pandemie den Ausbildungsmarkt nicht verschonen werde. Dennoch gebe es gute Gründe, mit Zuversicht auf die weitere Entwicklung zu blicken, so Esser: "Das duale Berufsbildungssystem in Deutschland ist stark und hat sich auch in früheren Krisen stets bewährt." Für Betriebe und Branchen, die ihr Ausbildungsengagement in der momentan angespannten Situation nicht aufrechterhalten könnten, sei eine besondere Unterstützung nötig.

Bildungsministerin Anja Karliczek betonte bei der Pressekonferenz, die Ausbildung sei auch in diesen Zeiten eine Investition in die Zukunft. Gerade in diesen schwierigen Monaten sollten Betriebe daran denken und jungen Leuten eine gute Berufsperspektive bieten: "Wer ausbildet, bindet frühzeitig Personal an sein Unternehmen und sichert sich die nötigen Fachkräfte der Zukunft."

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