23.10.2026 | Redaktion | IAB
Nur jede(r) Zweite ist zum Umzug bereit
Studie des IAB zur Mobilität junger Menschen bei Ausbildungsplatzsuche
Junge Menschen, die bereit sind, für einen Ausbildungsplatz den Wohnort zu wechseln, erhöhen ihre Chancen auf einen individuell passenden und attraktiven Bildungs- und Berufsweg. Wie eine Befragung im Rahmen der Studie "BeYou – Berufswahl und Du" des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, sind knapp die Hälfte der befragten Jugendlichen (47 Prozent) zu einem Umzug bereit, davon 33 Prozent in die nähere Umgebung. Mehr als die Hälfte aber lehnt einen Wohnortwechsel ab (41 Prozent) oder ist sich noch unsicher (13 Prozent).

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Gesamtwirtschaftlich kann die Mobilität junger Menschen zum Ausgleich regionaler Ungleichgewichte und zur Fachkräftesicherung beitragen. Vor diesem Hintergrund sind Mobilitätszuschüsse oder das Wohngeld für Auszubildende wichtige arbeitsmarktpolitische Förderinstrumente. Es gibt jedoch eine Reihe von Gründen, warum sich viele Jugendliche einen Umzug nicht oder nur bedingt vorstellen können. 57 Prozent der befragten Jugendlichen möchten in der Nähe ihrer Familie, ihres Freundeskreises oder ihres vertrauten Umfelds bleiben. Bei 18 Prozent der Befragten spielen auch familiäre Verpflichtungen eine Rolle. Hohe Wohnkosten nennen 56 Prozent als Grund, für 24 Prozent spielen zu lange und zu teure Heimfahrten eine Rolle.
Insgesamt zeigen die Befunde, dass neben finanziellen Faktoren vor allem soziale Verwurzelung und die wahrgenommenen Distanzkosten die Mobilitätsentscheidung junger Menschen prägen. Finanzielle Hilfen wie Mobilitätszuschüsse senken aus Sicht der Autorinnen und Autoren zwar ökonomische Barrieren, fördern Mobilität allein jedoch nicht nachhaltig, solange die Wohnkosten unberücksichtigt bleiben. Zudem müssten Jugendliche und ihre Eltern über bestehende Fördermöglichkeiten informiert sein, um diese nutzen zu können. Um die Mobilität junger Menschen wirksam zu fördern, sollten Beratungsangebote gezielt ausgebaut werden und frühzeitig ansetzen.
Beitrag der Ausbildungsbetriebe
Auch die Ausbildungsbetriebe selbst könnten einen Beitrag leisten: "Gerade jüngeren Auszubildenden dürfte der Wechsel in eine fremde Stadt leichter fallen, wenn sie bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum unterstützt werden und dort auch leichter soziale Kontakte knüpfen können." Betriebe könnten beispielsweise günstige Wohnheimplätze vermitteln, in denen mehrere Auszubildende untergebracht sind, oder Tutorinnen und Tutoren als Ansprechpersonen auch außerhalb des Arbeitsalltags einsetzen. Solche Angebote könnten dazu beitragen, Hemmnisse zu verringern, die einer höheren Mobilität entgegenstehen.