22.09.2026 | Redaktion | IAB

Job-Turbo beschleunigt Arbeitsmarktintegration

Evaluation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

Der sogenannte "Job-Turbo" hat die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten beschleunigt. Das zeigt eine Evaluation des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf Basis von Statistikdaten der Bundesagentur für Arbeit. Die intensive Betreuung durch die Jobcenter erhöhte den Übergang in Beschäftigung deutlich. Damit wurde das vorrangige Ziel des Job-Turbo bisher weitgehend erreicht. Besonders stark profitierten ukrainische Geflüchtete. Hinweise darauf, dass die stärkere Förderung zulasten anderer Arbeitsloser ging, finden sich laut IAB nicht.

Copyright Informationen anzeigenMehrere geflüchtete Menschen sitzen an einem Tisch, ein Dozent beugt sich stehend zu einem von ihnen hinunter

Mit dem Job-Turbo verfolgten das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) seit Ende 2023 einen in Teilen neuen Ansatz. Ziel ist es, Geflüchtete nach Abschluss der Integrationskurse schneller in Beschäftigung zu bringen – auch dann, wenn es teilweise noch an formalen Anerkennungen oder besseren Sprachkenntnissen fehlt. Eine wichtige Neuerung des Job-Turbos ist die deutlich intensivere Betreuung durch die Jobcenter. Seit Januar 2024 werden Geflüchtete bereits kurz vor Ende oder unmittelbar nach Abschluss des Integrationskurses engmaschiger beraten und schneller in Beschäftigung vermittelt. Dafür sieht der Job-Turbo regelmäßige Beratungen im Abstand von etwa sechs Wochen vor.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigen zunächst einen starken Anstieg der Beratungsintensität. In den 23 Monaten nach dem Start des Job-Turbos lag die Zahl der Kontakte ukrainischer Geflüchteter mit dem Jobcenter um rund 54 Prozent höher als vor Beginn. Auch bei anderen Gruppen geflüchteter Menschen nahm die Beratungsintensität deutlich zu, wenn auch mit rund acht Prozent weniger stark.

Zuwachs bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

Besonders deutlich sind die Effekte auf die Übergänge aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung. Die monatliche Übergangsrate erhöhte sich bei ukrainischen Geflüchteten um 1,8 Prozentpunkte. Für die 300 untersuchten Jobcenter ergeben sich aus dem Job-Turbo demnach circa 58.000 zusätzliche Beschäftigungsaufnahmen von ukrainischen Geflüchteten. Auch bei anderen Geflüchtetengruppen zeigen sich positive Effekte: Dort erhöhte sich die monatliche Übergangsrate von 3,7 auf im Schnitt 4,7 Prozent. Die Zahl der Übergänge stieg in dieser Gruppe um rund 28 Prozent. Dies entspricht rund 43.500 zusätzlichen Beschäftigungsaufnahmen.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die intensivere Beratung und Vermittlung einen wesentlichen Beitrag zur schnelleren Arbeitsmarktintegration geleistet haben. Dabei stiegen zunächst die Beratungskontakte und erst anschließend die Übergänge in Beschäftigung. Dies spricht gegen kurzfristige Zufallseffekte und für eine tatsächliche Wirkung des Job-Turbos. Zudem führte der Job-Turbo überwiegend zu einem Zuwachs regulärer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Übergänge in Minijobs spielten dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt sprechen die Ergebnisse für eine Verbindung von grundlegender Sprachförderung, intensiver Beratung durch Jobcenter und möglichst frühem Arbeitsmarkteintritt.

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