30.09.2026 | Redaktion | OECD

Mehr höhere Abschlüsse, mehr Geringqualifizierte

OECD veröffentlicht ihren Bericht "Bildung auf einen Blick 2026"

Während der Anteil der jungen Menschen im Alter von 25 bis 34 Jahren mit einem höheren Bildungsabschluss in Deutschland seit 2015 um 11 Prozent auf 41 Prozent gestiegen ist, hat der Anteil der Geringqualifizierten ebenfalls zugenommen, nämlich um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent. Entsprechend sind die mittleren Qualifikationen von 58 auf 45 Prozent zurückgegangen. Wie die OECD in ihrem Bericht "Bildung auf einen Blick" feststellt, waren 11 Prozent der 18- bis 24-Jährigen 2025 weder beschäftigt noch in Bildung oder Ausbildung (+ 2 Prozent).

Copyright Informationen anzeigenTitelseite des Berichts
Titelseite des Berichts

Dabei bot die berufliche Bildung sehr gute Beschäftigungsperspektiven: 89 Prozent der 25- bis 34-Jährigen mit einem beruflichen Abschluss im mittleren Qualifikationsbereich waren 2025 beschäftigt; ihre Erwerbslosenquote lag bei 3,4 Prozent. Die Beschäftigungs- beziehungsweise Erwerbslosenquoten waren damit etwas besser als für junge Erwachsene mit einem tertiären Abschluss (88 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent) und im internationalen Vergleich besonders günstig (83 Prozent beziehungsweise 6,8 Prozent).

Als höheren Bildungsabschluss definiert die OECD einen Hochschulabschluss oder einen höherqualifizierenden beruflichen Abschluss (wie zum Beispiel Meister, Erzieher, Geprüfter Berufsspezialist, Bachelor Professional oder Master Professional). Ein mittlerer Abschluss entspricht einem allgemeinbildenden oder beruflichen Abschluss der Sekundarstufe II oder des postsekundaren, nicht-tertiären Bereichs als höchstem Bildungsabschluss. Geringqualifiziert ist demnach, wer über keinen Abschluss der Sekundarstufe II, also weder über eine berufliche Ausbildung noch über die (Fach-)Hochschulreife verfügt.

Die Bildungsausgaben sind in Deutschland unterdurchschnittlich: Mit einem Anteil von 4,4 Prozent am Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt das Land unter dem OECD-Durchschnitt von 4,7 Prozent. Die öffentlichen Bildungsausgaben machten 2023 in Deutschland 8,5 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben aus, womit sie unter dem OECD-Durchschnitt von 9,8 Prozent lagen.

Weitere Informationen

  • OECD: Education at a Glance 2026 (Deutschland)
    Die Ländernotiz gibt einen Überblick über die wichtigsten Merkmale des Bildungssystems in Deutschland. Im Fokus steht dabei der Lehrkräftemangel, der den thematischen Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe bildet.