23.09.2026 | Redaktion | BDA | DGB

Gemeinsam für eine bessere Bildung

Stellungnahme der Arbeitgeber (BDA) und der Gewerkschaften (DGB)

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme für eine bessere Bildung in Deutschland ein. Darin fordern sie: "Jeder junge Mensch muss die Chance auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie, gesellschaftliche Teilhabe und einen guten Übergang in das Berufsleben haben." Bildungserfolg dürfe nicht von der sozialen Herkunft, dem Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängen.

Copyright Informationen anzeigenGrundschülerinnen und Grundschüler im Flur ihrer Schule

Aus Sicht der Sozialpartner kann Deutschland es sich schon wegen des demografischen Wandels nicht leisten, Potenziale ungenutzt zu lassen. Rückläufige Geburtenzahlen erhöhten die Bedeutung jeder einzelnen Bildungsbiografie: "Deshalb muss Bildungsbenachteiligung konsequent abgebaut, individuelle Förderung gestärkt und der Bildungserfolg aller jungen Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden. Nur so lassen sich gesellschaftlicher Zusammenhalt, Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dauerhaft sichern."

Einen besonderen Blick werfen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf die Digitalisierung. Junge Menschen müssten befähigt werden, digitale Medien und Technologien verantwortungsvoll, kritisch und kompetent zu nutzen. Vor allem die Künstliche Intelligenz bewege Bildung, Arbeitswelt und Gesellschaft in besonderem Maße. Die Bildungspolitik sei gefordert, auf diese Entwicklung aktiv zu reagieren: "KI-Kompetenzen müssen entlang der Bildungskette verbindlich vermittelt werden. Die Potenziale von KI sind für bessere Bildung zu nutzen und zugleich sind Transparenz, Datenschutz, Chancengleichheit, Verantwortungsbewusstsein und menschliche Entscheidungshoheit zu gewährleisten."

Konsequent in Bildung investieren

Im Übergang Schule – Beruf setzen BDA und DGB auf eine "frühzeitige, systematische und stärkenfokussierte berufliche Orientierung, die Perspektiven eröffnet und klischeefreie Entscheidungen ermöglicht." Praxiserfahrungen in Betrieben sowie eine enge Zusammenarbeit von Schulen mit Unternehmen, Sozialpartnern, Berufsberatung und weiteren regionalen Partnern seien dafür unverzichtbar. Jugendberufsagenturen und vergleichbare Strukturen müssten gestärkt werden und junge Menschen nach dem Verlassen der allgemeinbildenden Schule ohne Anschlussperspektive aktiv ansprechen und begleiten, wenn möglich bis zum Ausbildungsabschluss.

Insgesamt gehe es darum, konsequent in Bildung zu investieren: "Bildung ist eine gemeinsame Investition in die Zukunft unseres Landes und muss dauerhaft ausreichend öffentlich finanziert werden. Bildungspolitik muss sich mehr als bisher an klaren Zielen orientieren, wissenschaftsbasiert handeln und die Wirkung ihrer Maßnahmen stärker reflektieren. Neben kurzfristig wirksamen Ansätzen braucht es endlich eine langfristige Strategie, verlässliche Prioritätensetzungen und eine bedarfsgerechte Ausstattung mit den notwendigen Ressourcen."

Weitere Informationen

  • DGB: Pressemitteilung
    Ihre Stellungnahme formulierten BDA und DGB anlässlich der Bildungskonferenz der Sozialpartner 2026, die in Berlin stattfand.