05.01.2026 | Redaktion | BAMF

Positive Bilanz bei Spracherwerb

Kurzanalyse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Trotz des damals rapiden Anstiegs der Zahlen und geflüchteter Menschen den damit verbundenen Herausforderungen zieht die aktuelle Kurzanalyse "Zehn Jahre in Deutschland – Spracherwerb und Sprachförderung der Geflüchteten von 2015 und 2016" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine positive Bilanz: Mehr als 90 Prozent der über 6.300 Befragten aus diesen Jahrgängen verfügen heute nach ihrer eigenen Einschätzung über Deutschkenntnisse auf mittlerem, gutem oder sogar sehr gutem Niveau.

Bild: pressmaster/Adobe Stock

Auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP Befragung von Geflüchteten hat das Forschungszentrum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) die Entwicklung der Deutschkenntnisse der in den Jahren 2015 und 2016 nach Deutschland gekommenen Geflüchteten untersucht. "In der mittel- und längerfristigen Perspektive zeigt unsere Studie erhebliche Erfolge", resümiert Jan Eckhard, wissenschaftlicher Mitarbeiter des BAMF-FZ. "Die große Mehrheit der Geflüchteten aus den Jahren 2015 und 2016 besaß bei ihrer Einreise keinerlei Deutschkenntnisse – nach sieben bis acht Jahren in Deutschland verfügten nach eigenen Angaben hingegen nur noch neun Prozent über nur schlechte oder keine Deutschkenntnisse."

Sprachförderangebote sind entscheidend

Bereits in den ersten ein bis zwei Jahren des Aufenthaltes in Deutschland lässt sich bei den Geflüchteten von 2015 und 2016 eine beachtliche Zunahme derjenigen beobachten, die sich selbst Deutschkenntnisse auf mindestens mittlerem Niveau attestieren. Der Vergleich mit anderen Einreisejahrgängen verdeutlicht, dass die Entwicklung der Jahrgänge 2015 und 2016 besonders erfolgreich verlief. Begründen lässt sich dies vor allem mit einer schnelleren und umfassenderen Einbindung in Sprachförderangebote: "Ab Oktober 2015 wurden Integrationskurse auch für Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive geöffnet, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen war. Dies ermöglichte vielen Geflüchteten einen schnelleren Zugang zu den Integrationskursen", so Eckhard.

Für die nachfolgenden Jahrgänge – insbesondere für die zwischen 2019 und 2021, in geringerem Ausmaß aber auch für die 2017 und 2018 eingereisten Geflüchteten – wirkten sich die pandemiebedingten Einschränkungen der Jahre 2020 und 2021 nachteilig auf den Spracherwerb der Geflüchteten aus. Neben erschwerten Bedingungen, soziale Kontakte zu knüpfen, waren vor allem die Möglichkeiten zur Teilnahme an Sprachkursen für Geflüchtete, die während oder kurz vor der Pandemie nach Deutschland kamen, sehr eingeschränkt.

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