01.10.2026 | Redaktion | Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge

Empfehlungen zur Gestaltung inklusiver Sozialräume

Neue Publikation des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge

Ein barrierefreies Lebensumfeld, das Menschen aller Altersgruppen, mit und ohne Behinderungen oder gesundheitlichen Einschränkungen, aller Geschlechter und sexueller Identitäten sowie unterschiedlicher sozialer, kultureller und geografischer Herkunft selbstbestimmt nutzen und mitgestalten können – das ist aus Sicht des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge ein "inklusiver Sozialraum". Zur Gestaltung dieses Lebensumfeldes hat der Verein nun Empfehlungen für die Kommunen veröffentlicht.

Copyright Informationen anzeigenEine inklusive Gemeinschaftsszene mit Menschen unterschiedlichen Alters, die sich in einer modernen, barrierefreien Parkanlage treffen, gärtnern, Sport treiben und ein Wandgemälde malen.

Inklusion ist aus Sicht der Autorinnen und Autoren eine Anforderung, die sich auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens und auf Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen bezieht. Kommunale Sozialpolitik muss durch die aktive Gestaltung des Lebensumfelds entsprechende Bedingungen schaffen: "Leistungen und Angebote im Sozialraum müssen aufeinander abgestimmt werden, sodass sie möglichst allen Personen zugänglich sind und vorhandene Ressourcen optimal genutzt werden." Dabei ist Inklusion nach ihrer Vorstellung kein definierter gesellschaftlicher Idealzustand, sondern vollzieht sich prozesshaft in gemeinsamer Aushandlung.

Eine kommunale Strategie zur Entwicklung eines inklusiven Sozialraums ist in diesem Sinne den Hilfesystemen vorgelagert. Inklusion im Sozialraum verstehen die Autorinnen und Autoren nicht als gesondertes Projekt, sondern als eine grundlegende Haltung: "Sie muss getragen sein von einem strategischen Selbstverständnis, das potenziell sämtliche Bereiche und Prozesse der sozialen Hilfesysteme einbezieht."

In diesem Sinne empfiehlt der Deutsche Verein,

  • partizipative Verfahren inklusiv auszurichten, indem Zugangsbarrieren reflektiert und abgebaut sowie geeignete Formate entwickelt werden, die es erlauben, dass sich tatsächlich alle Menschen beteiligen können,
  • alle Akteur*innen im Sozialraum aktiv einzubeziehen, dauerhafte sektorenübergreifende Kooperationen zu initiieren und auf die Errichtung verbindlicher Vereinbarungen und Strukturen hinzuwirken und
  • für die Gestaltung inklusiver Sozialräume auf eine integrierte und kooperative Sozialplanung zu setzen und diese mit den Planungsbereichen der Kommune zu verzahnen.

Für die konkrete Ausgestaltung des inklusiven Sozialraums empfiehlt der Deutsche Verein unter anderem, eine als Querschnittsaufgabe organisierte Steuerungs- und Koordinierungsinstanz zu schaffen, die mit klaren Befugnissen und Leitlinien auszustatten ist. Beratungsangebote sollen von vornherein in die Planung des inklusiven Sozialraums einbezogen und zu einem festen Bestandteil des Gesamtkonzepts gemacht werden. Dazu sollten kommunale Aktionspläne partizipativ entwickelt und in den zuständigen politischen Gremien beschlossen werden, die langfristig ausgerichtet und regelmäßig fortgeschrieben werden sollten. Außerdem empfiehlt er, gruppen- und generationenübergreifende Begegnungsorte im Sozialraum zu schaffen und nachhaltig zu verankern.

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