12.01.2026 | Redaktion | Bertelsmann Stiftung

Ökonomische Erträge besserer Bildung

Modellrechnung des ifo Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung

Wenn die "Bildungsziele 2035" erreicht würden, könnte in Deutschland langfristig eine zusätzliche Wirtschaftsleistung in Höhe mehrerer Billionen Euro generiert werden. Dies ergibt eine Modellrechnung, die das ifo Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vorgenommen hat. Die Bildungsziele 2035 haben Anfang 2025 die Bildungsministerinnen von drei Bundeländern parteiübergreifend formuliert. Sie beziehen sich auf das Ziel eines höheren Anteils von Schülerinnen und Schülern, die die Mindest-, Regel- und Optimalstandards in Deutsch und Mathematik erreichen.

Titelseite der Studie

Durch gezielte Investitionen zur Verbesserung dieser Basiskompetenzen könnte nach rund 50 Jahren ein kumulierter Wert von etwa 6,7 Billionen Euro und nach 80 Jahren von etwa 20,9 Billionen Euro erreicht werden – das wäre etwa das Fünffache des heutigen Bruttoinlandsprodukts. Dazu müssten drei Ziele umgesetzt werden: Erstens müsste die Zahl der Schülerinnen und Schüler halbiert werden, die die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreichen. So ließe sich das Bildungsminimum absichern. Zweitens soll das Bildungsniveau gesteigert werden, damit 20 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler die Regelstandards erreichen. Und drittens sollte die Leistungsspitze gefördert werden und 30 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler die Optimalstandards erreichen.

Aus Sicht der Bertelsmann Stiftung ergibt sich daraus eine ganz einfache Schlussfolgerung: Wer heute in Bildung investiert, investiert in das wirtschaftliche Fundament und in den gesellschaftlichen Zusammenhalt von morgen. Nicht nur das Bruttoinlandsprodukt würde erheblich steigen, sondern es würden auch für Millionen von Schülerinnen und Schülern größere Chancen eröffnet. "Die Zahlen sollten als Motivation dienen, die Verbesserung der Bildungsleistungen beherzt und prioritär anzugehen", sagen die Autorinnen und Autoren, Katia Werkmeister und Ludger Wößmann vom ifo-Institut.

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