05.11.2026 | Redaktion

"Bei der Passung müssen wir besser werden"

"Plusminus"-Beitrag zur hohen Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss

Die Anzahl junger Erwachsener im Alter von 20 bis 34 Jahren ohne Berufsabschluss ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Mittlerweile sind 2,76 Millionen junge Menschen davon betroffen. Mit diesem Phänomen hat sich die ARD-Wirtschaftssendung "Plusminus" beschäftigt. Befragt hat die Redaktion auch BIBB-Präsidentin Sandra Garbade, die zwei Hauptgründe dafür nennt: Zum einen die zurückhaltende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe aufgrund der wirtschaftlichen Situation, zum anderen die mangelnde Passung zwischen Ausbildungsangebot und -nachfrage.

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BIBB-Präsidentin Sandra Garbade im "Plusminus"-Beitrag

"Bei dieser Art der Passung müssen wir besser werden, um Jugendliche zügig mit den passenden Ausbildungsbetrieben zusammenzuführen", sagt Sandra Garbade im Interview. Als Hindernis dafür verweist "Plusminus" auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Hohe Mieten erschweren es jungen Menschen, für eine Ausbildung in eine andere Stadt zu ziehen. In Ballungsgebieten kostet ein WG-Zimmer oft über 700 €. Junge Menschen ohne finanziellen Rückhalt ihrer Eltern finden da kaum eine Unterkunft. Eine Lösung für dieses Problem bieten Angebote des Jugendwohnens: Hier kommen günstiges Wohnen und sozialpädagogische Unterstützung zusammen, so dass nicht nur die Mobilität der jungen Menschen verbessert wird, sondern auch die Chancen, ihre Ausbildung erfolgreich abschließen zu können.

Ein Lösungsansatz liegt in der Teilzeitausbildung. Sie ermöglicht hauptsächlich jungen Frauen, die Mutter eines Kindes sind, eine flexible, an ihren Alltag angepasste Ausbildung, die zwar länger dauert, ohne die ein Berufsabschluss aber oft gar nicht möglich wäre. Ein weiteres Angebot, das Passungsprobleme zu lösen hilft, liegt in der Durchführung von Praktika: "Betriebliche Praktika sind wirklich ein Schlüssel für Ausbildungserfolg", bestätigt BIBB-Präsidentin Sandra Garbade, "sinnvolle praktische Aufgaben in Betrieben zu erfahren, unterstützt die Entschiedenheit in der Berufswahl." Solche Angebote zeigen, wie gezielte Förderung gelingen kann. Sie sollten deshalb, so das Fazit des Beitrags, möglichst flächendeckend umgesetzt werden, um junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben nicht zu verlieren.

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