02.11.2026 | Redaktion | IW Köln

Ausländische Auszubildende werden immer wichtiger

IW-Kurzbericht zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland

Der Anteil ausländischer Auszubildender hat sich von 5,3 Prozent im Jahr 1999 auf 16,3 Prozent im Jahr 2025 erhöht. Wie ein Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) zeigt, ist die Zahl der Auszubildenden mit deutscher Nationalität zugleich gesunken. Ausländische Azubis gewinnen also zunehmend an Bedeutung, um Lehrstellen in Deutschland besetzen zu können und den Fachkräftebedarf zu sichern. Die Zunahme ausländischer Auszubildender konnte den Rückgang deutscher Auszubildender aber nicht vollständig ausgleichen.

Copyright Informationen anzeigenEine weibliche Auszubildende und ein männlicher Auszubildender halten in einem Industriebetrieb einen Fensterrahmen in den Händen.

Die steigende Bedeutung ausländischer Auszubildender für den Ausbildungsmarkt ist nicht allein ein Spiegel wachsender Zuwanderung, sondern das Ergebnis mehrerer aufeinanderfolgender Entwicklungen. Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2009 schwächte sich die Dynamik eines sehr hohen Ausbildungsangebots ab. Gleichzeitig wurden die schrumpfenden Jahrgangsstärken deutscher Jugendlicher immer sichtbarer, sodass sich das inländische Bewerberpotenzial zunehmend verringerte. In der Folge gewann die Rekrutierung aus dem Ausland an Bedeutung.

Ab 2015 kamen zusätzliche Impulse durch Fluchtmigration und die Westbalkanregelung hinzu. Dass sich dies nicht unmittelbar in höheren Ausbildungszahlen niederschlug, lag daran, dass zwischen Zuwanderung von Geflüchteten und deren Ausbildungsbeginn meist mehrere Zwischenschritte liegen: Sprachförderung, Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Aufenthaltsklärung und die Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb.

Zusätzliches Ausbildungspotenzial erschließen

Ausländische Auszubildende sind aus Sicht der Autorinnen und Autoren des Berichts inzwischen eine wichtige Zielgruppe am deutschen Ausbildungsmarkt. Allerdings reiche die Zuwanderung zur Fachkräftesicherung allein nicht aus: "Entscheidend sind verlässliche Rahmenbedingungen entlang der gesamten Prozesskette: gezielte Anwerbung, Sprachförderung, Berufsorientierung, Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche, erfolgreiche Übergänge in Ausbildung, klare Aufenthalts- und Verwaltungsverfahren sowie Begleitung in Betrieb und Berufsschule, um einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss und anschließenden Verbleib im deutschen Arbeitsmarkt zu fördern."

Die nach wie vor bestehende Partizipationslücke zeige zugleich, dass bei ausländischen Jugendlichen noch zusätzliches Ausbildungspotenzial erschlossen werden könne. Hierzu müsse vor allem die Berufsorientierung und Motivation bei bereits hier lebenden ausländischen Jugendlichen und deren Eltern intensiviert werden. Zunehmend wichtig werde daneben künftig die Anwerbung von Auszubildenden aus dem Ausland sein.

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