06.08.2026 | Redaktion | IAB

Ausbildungsbeteiligung weiter gesunken

IAB analysiert Folgen der wirtschaftlichen Schwäche für den Ausbildungsmarkt

Das betriebliche Ausbildungsplatzangebot und die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe haben sich im Jahr 2025 verringert. Zugleich ist die Übernahmequote von Auszubildenden auf 75 Prozent gesunken. Der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze ist auf 30 Prozent zurückgegangen und fällt damit fünf Prozentpunkte geringer aus als in den beiden Vorjahren, bewegt sich jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau. Diese Entwicklungen spiegeln aus Sicht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auch die anhaltende wirtschaftliche Schwäche Deutschlands wider.

Copyright Informationen anzeigenGrafik: Anteil unbesetzter Ausbildungsstellen 2015 bis 2025

Wie Bernd Fitzenberger, Ute Leber und Barbara Schwengler in ihrem IAB-Kurzbericht zeigen, haben im vergangenen Jahr 55 Prozent der ausbildungsberechtigten Betriebe ausgebildet; besonders zurückhaltend waren dabei Betriebe mit ungünstigen oder unsicheren Geschäftserwartungen. So ist die Ausbildungsbeteiligung im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe merklich gesunken. Beide Branchen bilden nach wie vor überdurchschnittlich stark aus, äußern aber nun besonders häufig pessimistische wirtschaftliche Erwartungen.

Die Übernahmequote sank 2025 – nach ihrem Rekordhoch von 79 Prozent im Jahr 2024 – auf 75 Prozent. Betriebe mit steigenden Geschäftserwartungen übernahmen deutlich häufiger Ausbildungsabsolventinnen und -absolventen als Betriebe mit sinkenden Geschäftserwartungen. Im verarbeitenden Gewerbe wurden 77 Prozent aller Auszubildenden übernommen, jedoch ist die Übernahmequote im Vergleich zu 2024 um fünf Prozentpunkte gesunken. Auch der Anteil nicht besetzter Ausbildungsstellen blieb in dieser Branche mit 29 Prozent weiterhin hoch. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr fiel hier allerdings stärker aus als für alle Betriebe insgesamt. Die erneut mit Abstand höchste Nichtbesetzungsquote mit 49 Prozent wies das Baugewerbe auf.

Da sich die Wirtschaftsaussichten durch die Folgen des Iran-Kriegs nochmal verschlechtert haben, könnte das Ausbildungsinteresse der Betriebe im kommenden Jahr noch weiter zurückgehen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge könnte dann sogar unter den Tiefststand von 2020 fallen. "Die Lage ist paradox: Trotz einer steigenden Zahl an Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz ist damit zu rechnen, dass die Nichtbesetzungsquote von Ausbildungsstellen weiter hoch bleiben wird", so IAB-Forscherin Barbara Schwengler.

Weitere Informationen

  • IAB: Kurzbericht 13/2026 (PDF)
    Die Analyse beruht auf dem IAB-Betriebspanel, einer repräsentativen jährlichen Wiederholungsbefragung von rund 15.000 Betrieben aller Betriebsgrößen und Branchen.