13.08.2026 | Redaktion | DJI

Frühe Arbeitserfahrungen erleichtern Berufseinstieg

Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) auf Basis von AID:A-Daten

Jugendliche, die schon während der Schulzeit nebenbei arbeiten, finden leichter in die berufliche Bildung als Gleichaltrige ohne Erfahrungen in Praktika, Nebenjobs oder Ehrenamt. Das zeigt eine Studie von Christine Steiner und Stefan Hofherr (Deutsches Jugendinstitut). Frühe Arbeitserfahrung können dazu beitragen, berufliche Selbstwirksamkeitserwartungen zu erhöhen, berufliche Präferenzen zu festigen, Arbeitsmotivation zu entwickeln und die eigenen Arbeitsmarktchancen besser einzuschätzen.

Copyright Informationen anzeigenZwei Schülerinnen und ein Schüler stehen hinter einer Kamera, die auf einem Stativ steht

In der Berufsbildungs- und Übergangsforschung gelten praktische Arbeitserfahrungen als wichtige Form non-formalen und informellen Lernens. Doch wie viele junge Menschen in Deutschland nutzen diese Chancen? Darauf liefern bislang unveröffentlichte Auswertungen von Daten des DJI-Surveys "Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten" (AID:A) Antworten. Sie zeigen Zusammenhänge zwischen Nebenerwerbstätigkeiten von Befragten, ihren Bildungszielen und ihren Übergängen von der Schule in Ausbildung und Beruf.

Angaben zur Nebenerwerbstätigkeit wurden im Rahmen der AID:A-Befragungen zuletzt 2019 unter insgesamt 6.102 jungen Menschen im Alter von 12 bis 32 Jahren erhoben. Die Daten machen deutlich, dass Nebenjobs oft erst von jungen Erwachsenen ausgeübt werden. So arbeitete nur etwa jede(r) Zehnte der 12- bis 17-Jährigen (13,3 Prozent) nebenbei; unter den 18- bis 25-Jährigen waren es fast 30 Prozent (28,6 Prozent). Der geringere Anteil unter Minderjährigen ist auch auf rechtliche Restriktionen zurückzuführen: Nebenjobs sind erst ab einem Alter von 14 beziehungsweise 15 Jahren erlaubt und unterliegen den Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Soziales Gefälle bei Praktika und Nebenjobs

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass Schulabgängerinnen und Schulabgänger, die während der Schulzeit einen Nebenjob hatten, statistisch signifikant schneller eine berufliche Qualifizierung beginnen als Gleichaltrige ohne solche Erfahrungen. Sie deuten darauf hin, dass Jugendliche ohne frühe Arbeitserfahrungen häufiger ihre Schullaufbahn fortsetzen, weil sie noch keine berufliche Anschlussperspektive für die Zeit nach der Schule entwickelt haben.

Allerdings nutzen bislang vor allem Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien die Möglichkeiten von Praktika und Nebenjobs. Es stellt sich die Frage, wie Jugendlichen, die aus sozial schlechter gestellten Elternhäusern stammen oder kein Gymnasium besuchen, der Zugang erleichtert werden könnte. Denn gerade sie würden von den frühen Arbeitserfahrungen besonders profitieren.

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