17.10.2019 | Redaktion | IAB

Niedrige Qualifikation erschwert Arbeitsmarktintegration

Personen ohne Berufsabschluss sind von Arbeitslosigkeit besonders betroffen

Je niedriger die Qualifikation, desto schwieriger ist die Position auf dem Arbeitsmarkt. Das geht aus aktuellen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Untersuchung, die sich mit den qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten in Deutschland befasst, zeigt, dass Personen ohne Berufsausbildung einem wesentlich höheren Arbeitslosigkeitsrisiko unterliegen, als Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung oder mit Hochschulabschluss.

Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten in Deutschland (in Prozent), Bild: IAB

Während die Arbeitslosenquote bei den Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung im Jahr 2018 den IAB-Berechnungen zufolge bei 3,4 Prozent lag, war sie bei den Personen ohne Berufsausbildung mit 17,4 Prozent mehr als fünfmal so hoch. Bei den Akademikern betrug die Quote 2 Prozent, bei Meistern und Technikern war sie mit 1,2 Prozent noch niedriger. Im Gesamtdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2018 laut IAB bei 5,3 Prozent. Die IAB-Zahlen weichen insgesamt geringfügig von den amtlichen Zahlen ab, da den Berechnungen des IAB eine andere Datenbasis zugrunde liegt.

"Die Arbeitslosigkeit ist 2018 zum fünften Mal in Folge gesunken und liegt auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung", erklärt Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen. Davon haben auch die Geringqualifizierten profitiert, deren Arbeitslosenquote im Vorjahr noch einen halben Prozentpunkt höher gelegen hatte. "Die Arbeitslosigkeit ist lange durch die Bank gesunken. Der aktuelle Wirtschaftsabschwung könnte aber Jobs für Niedrigqualifizierte besonders gefährden, etwa in der konjunkturabhängigen Zeitarbeit", sagt Weber. Bildung bleibt nach wie vor der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit: "In Zukunft wird das umso mehr der Fall sein, da die Anforderungen in der Arbeitswelt weiter steigen, nicht zuletzt durch die Digitalisierung."

Obwohl zwischen Ost- und Westdeutschland immer noch Unterschiede bestehen, konnte der Osten den Rückstand deutlich verringern. Die Gesamtquote nach Qualifikation lag im Jahr 2018 im Osten bei 6,7 Prozent (Vorjahr: 7,3 Prozent), im Westen bei 5,0 Prozent (Vorjahr: 5,4 Prozent).

Die Arbeitslosenquote der Personen mit einer abgeschlossenen beruflichen Ausbildung betrug im Westen 2,9 Prozent, im Osten 5,1 Prozent. Die Quote für Geringqualifizierte lag in beiden Landesteilen merklich darüber: im Westen bei 16,1 Prozent und im Osten bei 26,5 Prozent.

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