10.07.2017 | Redaktion | PM Aktion Mensch

Kaum Inklusion in Kleinbetrieben

Erhebung der Aktion Mensch zeigt nur leichte Steigerung

Bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung kommen Betriebe in Deutschland nur langsam voran. Das gilt vor allem für Kleinbetriebe, denn diese sind nicht verpflichtet, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen - wenn sie weniger als 20 Arbeitsplätze bieten. Bei diesen Betrieben stieg die Beschäftigungsquote von 2010 bis 2015 von 1,7 auf 2,1 Prozent, wie eine Erhebung der Aktion Mensch zeigt.

Drei Toilettentüren: Frauen, Menschen mit Behinderung, Männer
Bild: Coloures-Pic/Fotolia

Bei den beschäftigungspflichtigen Unternehmen liegt die Quote bei knapp 4,7 Prozent. Private und öffentlich-rechtliche Arbeitgeber, die über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, müssen wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze mit Menschen mit Behinderung besetzen. Aus Sicht von Aktion Mensch-Vorstand Armin von Buttlar ist das Engagement der Betriebe aber auch in diesem Segment noch ausbaufähig: "Es zeigt sich, dass wir noch weit entfernt sind von einer Teilhabegerechtigkeit für Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt. Dabei bergen gerade Kleinbetriebe und mittelständische Unternehmen erhebliches Potenzial für die Beschäftigung."

"Wir sind am Arbeitsmarkt noch weit entfernt sind von einer Teilhabegerechtigkeit für Menschen mit Behinderung."
Armin von Buttlar, Aktion Mensch

 

Jeder vierte sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet in einem Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten. Das sind rund acht Millionen Beschäftigte in 1,9 Millionen Kleinbetrieben - ohne „Solo-Unternehmer“. Gerade in diesen Betrieben sind die Fördermöglichkeiten und Beratungsangebote für Arbeitgeber offenbar noch nicht ausreichend bekannt. Das Inklusionsbarometer der Aktion Mensch belegt, dass nur 62 Prozent der Chefs kleiner Unternehmen die staatlichen Fördermöglichkeiten kennen. Von diesen beansprucht nur die Hälfte eine Förderung.

 
 
 

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