28.07.2026 | Redaktion | Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit
Den Übergang Schule – Beruf neu denken
Impulspapier des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit
Der Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit hat ein Impulspapier zur Weiterentwicklung des Übergangssektors von der Schule in Ausbildung und Beruf veröffentlicht. Darin fordern die Autorinnen und Autoren den Aufbau einer aufeinander abgestimmten Förderkette, die besonders den Bedarfen und Lebenslagen junger Menschen mit schlechten Startchancen gerecht werden und ihre Perspektiven verbessern könne. Dazu könnten eine Stärkung der Jugendberufsagenturen und ein intensives Casemanagement durch die freien Träger der Jugendsozialarbeit beitragen.

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Der Übergang in das Erwachsenenleben ist für viele Jugendliche von belastenden Voraussetzungen geprägt: Armut, instabile Familienverhältnisse, gesundheitliche Schwierigkeiten, sprachliche Barrieren, Diskriminierung, Rassismus gehören zu ihrem Alltag. Oft kommen mehrere Problemlagen zusammen und verstärken sich gegenseitig. Gerade Jugendliche ohne Abschluss drohen nach der Schule aus allen Hilfesystemen herauszufallen, konstatiert das Impulspapier: "Sie ziehen sich zurück, brechen Maßnahmen ab oder bleiben Bildungsangeboten fern. Für diese jungen Menschen müssen Maßnahmen und Angebote barrierearm im unmittelbaren Lebensumfeld inklusiv, verlässlich und nachhaltig vorhanden sein."
Aus Sicht des Kooperationsverbundes ist es wichtig, in erster Linie die Persönlichkeit zu stärken. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit schaffe Zuversicht, Herausforderungen bewältigen zu können und ist ein entscheidender Faktor für Motivation und Durchhaltevermögen. Persönlichkeitsbildung fördere das Selbstvertrauen und schaffe Grundlagen für Orientierung, Eigenverantwortung sowie gemeinschaftliches Miteinander.
Jugendberufsagenturen weiterentwickeln
Die Autorinnen und Autoren des Impulspapiers schlagen vor, die Jugendberufsagenturen zu echten Steuerungsstellen weiterzuentwickeln – mit rechtlicher und finanzieller Ausstattung, um mindestens SGB II-, III- und VIII-Leistungen zu bündeln. Aus diesem Grund müssten für sie bundesweit einheitliche, qualitative und verbindliche Mindestanforderungen über Finanzierung, Auftrag und Struktur geschaffen werden. Gleichzeitig müsse genügend Flexibilität gewahrt bleiben, um auf spezifische Bedarfe junger Menschen vor Ort, regionale Arbeitsmarktbedingungen oder kommunale Strukturen reagieren zu können.
Junge Menschen sollen durch ein intensives Casemanagement begleitet werden, bis persönliche und berufliche Stabilität erreicht und dadurch realistische Perspektiven auf Ausbildung und Beruf geschaffen werden können. Dafür setzt das Impulspapier einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten an. Die wichtigsten Faktoren für das Casemanagement seien eine persönliche Bezugsperson als Anker, regelmäßige Coaching-Kontakte, eine flexible Ausgestaltung je nach Bedarf und Krisensituation sowie das Vermeiden von Doppelbetreuung durch klare Zuständigkeit.