08.09.2026 | Redaktion | BMBFSFJ
Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt
Bericht zu Perspektiven von Kindern und Jugendlichen veröffentlicht
Die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" hat im Juni ihre Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsprozesses brachten Kinder und Jugendliche ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Forderungen zum digitalen Aufwachsen ein. Die Ergebnisse dieses Prozesses liegen nun in einem eigenen Bericht vor. Darin zeigt sich: Die befragten jungen Menschen wollen nicht weniger Digitalisierung, sondern eine bessere und sicherere digitale Welt.

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Digitale Angebote sind für Kinder und Jugendliche Teil ihres Alltags und bieten ihnen Kommunikation, Unterhaltung, Entspannung und mehr Selbstständigkeit. Gleichzeitig kennen sie Risiken und Belastungen aus eigener Erfahrung. Sie wünschen sich deshalb mehr Schutz und verlässliche Unterstützung, aber zugleich auch Autonomie und Mitbestimmung. Insbesondere Plattformanbieter sehen sie in der Verantwortung, digitale Angebote sicher und altersgerecht zu gestalten. Sie setzen deshalb auf auf Aufklärung und Befähigung statt auf pauschale Verbote.
Die befragten Jugendlichen wünschen sich altersgerechte Informationen, verständliche Datenschutzeinstellungen und Schutz vor manipulativen Gestaltungselementen. Zugleich sollte Medienkompetenz frühzeitig und kontinuierlich vermittelt werden. Die Jugendlichen wollen unter anderem verstehen, wie Algorithmen funktionieren, wie sie ihre eigene Smartphone-Nutzung steuern und wie sie bei Problemen Hilfe bekommen. Als mögliche Angebote nennen sie Unterricht, Projekttage, Mediensprechstunden und Peer-to-Peer-Angebote. Wichtig sind ihnen zudem kompetente und vertrauenswürdige Erwachsene, die ihre digitale Lebenswelt verstehen.
Klare Schutzvorgaben bei KI
KI ist für junge Menschen bereits Teil ihres Alltags. Sie sorgen sich insbesondere um KI-generierte Gewalt und sexualisierte Inhalte sowie um die Manipulation von Bildern realer Menschen. Hier fordern sie klare Schutzvorgaben und einen besseren Schutz vor missbräuchlicher Bildbearbeitung. Für den Einsatz von KI in der Schule gilt aus ihrer Sicht: KI soll Lernen unterstützen, aber nicht das eigene Denken ersetzen. Sie soll beispielsweise Sachverhalte erklären oder beim Lösungsweg unterstützen.
Die jungen Menschen wollen aber nicht nur Gegenstand von Schutzmaßnahmen sein. Sie wollen ihre digitale Lebenswelt mitgestalten und bei Entscheidungen, die sie unmittelbar betreffen, gehört werden. Die Expertenkommission greift diesen Anspruch auf und empfiehlt eine Verstetigung der Kinder- und Jugendbeteiligung im digitalen Kinder- und Jugendschutz. Auch eine weitere Forderung der Jugendlichen und Empfehlung der Expertenkommission wird zeitnah umgesetzt: Zusammen mit dem Abschlussbericht der Kommission erscheint im Herbst eine Version der Handlungsempfehlungen in kindgerechter Sprache.