20.03.2026 | Redaktion | Universität Hildesheim
Jugendliche weiter im Krisenmodus
Fünfte Befragung im Rahmen der JuCo-Studienreihe
Auch sechs Jahre nach der ersten JuCo-Studie ("Jugend und Corona") der Universität Hildesheim ist das Befinden vieler Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter von 15 bis 30 Jahren von psychischen Belastungen, allgemeinen Sorgen, Einsamkeitserfahrungen, Zukunftsängsten, Geldsorgen und Bedenken geprägt, sich kein gutes Leben leisten zu können. Mehr als zwei Drittel der Befragten fühlt sich zudem nicht von den politischen Entscheidungsgremien wahrgenommen. Aus Sicht der Autorinnen und Autoren ist eine stärkere Berücksichtigung von Interessen der jungen Bevölkerung unabdingbar.
Die Daten aus der JuCo-V-Studie machen deutlich, dass ein Anteil von 55,5 Prozent der Zukunft (eher) besorgt und von 24 Prozent teilweise besorgt entgegensieht. Junge Menschen mit Erkrankungen weisen darunter deutlich häufiger Zukunftsängste auf, besonders psychisch erkrankte. Auch fällt auf, dass gerade die jüngeren Befragten (zwischen 16 und 20 Jahren) häufiger Zukunftsängste haben als die übrigen Befragten. Ängste richten sich nicht nur auf die Lebens- und Entwicklungschancen, sondern sind auch von globalen Bedingungen wie Klimawandel, Naturkatastrophen sowie politischen und militärischen Konflikten geprägt. Auch die Sorge um das Fehlen von verfügbarem und bezahlbarem Wohnraum verstärkt bei vielen jungen Menschen eine grundlegende Angst vor einer sinkenden Lebensqualität.
Die Erkenntnisse unterstreichen aus Sicht der Autorinnen und Autoren den Bedarf, dass alle Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten, Konzepte benötigen, um mit dieser Situation umzugehen und auch unter den gegebenen Bedingungen Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Aufwachsen, ihren Bildungszielen und ihrer sozialen Teilhabe zu unterstützen: "Gerade angesichts der Belastungen, die junge Menschen wahrnehmen, bedarf es einer Offenheit gegenüber den jeweiligen Formen der Lebensbewältigung in den Infrastrukturen, die in den unterschiedlichen sozialen Systemen wie Bildung, Gesundheit, Freizeit oder auch Wohnen jungen Menschen Ressourcen für den Umgang mit den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen bieten." Das bedeute auch, (öffentliche) Räume zu öffnen, in denen junge Menschen sich in ihrer alltäglichen Lebensbewältigung wohlfühlen können.