07.07.2026 | Redaktion | IN VIA, BAG KJS & BAG EJSA
Eine Zukunft für schulmüde Jugendliche
Handlungsaufruf an politisch Verantwortliche in Bund, Ländern und Kommunen
Wenn junge Menschen der Schule fernbleiben, verschlechtert dies ihre Bildungs- und Teilhabechancen erheblich. Wie dem entgegengewirkt werden kann, diskutierten rund 350 Teilnehmende auf dem Fachkongress "Schulabsentismus: Hinschauen. Wahrnehmen. Nachfragen.". Zum Abschluss verabschiedeten sie einen Forderungskatalog mit konkreten Empfehlungen an Bund, Länder und Kommunen, darunter der Ausbau von Schul- und Jugendsozialarbeit, bundesweit einheitliche Verfahren und eine bessere Datenlage.

Lida_Lo | Adobe Stock

Nach einer Recherche von CORRECTIV haben im vergangenen Jahr 64.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Dies ist ein neuer Höchststand. Gleichzeitig bleiben immer mehr junge Menschen dem Unterricht fern. Schulabsentismus kann viele Ursachen haben, darunter Konflikte in der Schule oder im sozialen Umfeld, psychische Belastungen oder Lernschwierigkeiten. Die Folgen reichen von Bildungsabbrüchen und eingeschränkten Teilhabechancen bis hin zu psychischen Erkrankungen und erschwerten Übergängen in Ausbildung und Beruf.
Welche Maßnahmen jetzt notwendig sind, diskutierten die Teilnehmenden des Fachkongresses "Schulabsentismus: Hinschauen. Wahrnehmen. Nachfragen." im Mai 2026. Die Ergebnisse haben sie in einem Forderungskatalog an Bund, Länder und Kommunen zusammengefasst:
- Einheitliche Verfahren etablieren:
Bundesweit einheitliche Standards zur Erfassung und zum Umgang mit Schulabsentismus in allen Schulformen entwickeln und umsetzen. - Datenlage verbessern:
Ein Forschungsprogramm zu Ursachen, Ausmaß und wirksamen Maßnahmen auflegen. - Prävention und Intervention stärken:
Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit flächendeckend ausbauen und dauerhaft absichern. - Fachkräfte qualifizieren und Kooperation stärken:
Schulabsentismus verbindlich in die Aus- und Weiterbildung pädagogischer Fachkräfte aufnehmen und die multiprofessionelle Zusammenarbeit systematisch ausbauen. - Verbindliche Netzwerke schaffen:
Kooperationen mit Fallberatung zwischen Schule, Jugendhilfe, psychotherapeutischen Angeboten und weiteren relevanten Akteurinnen und Akteuren etablieren.
Mit ihren Forderungen wollen die Kongressteilnehmenden erreichen, dass Schulabsentismus auf allen politischen Ebenen stärker in den Fokus rückt und wirksamer begegnet wird.