11.02.2014

Das Berufsorientierungsprogramm

von Katrin Böhnke

Erfolgreiche Berufsorientierung kann dazu beitragen, dass sich Jugendliche erreichbare Ziele setzen und eine Berufswahl treffen, die zu ihnen passt. Das Berufsorientierungsprogramm des Bundes trägt seit 2008 dazu bei, dass dies gelingt. Bei der Vernetzung der Akteure des BOP unterstützt seit Längerem eine Community-Gruppe - zunächst auf qualiboXX und jetzt auf überaus.

Um Jugendlichen den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern und gleichzeitig dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzt das BMBF auf eine rechtzeitige Berufsorientierung. Seit 2008 gibt es daher das BMBF-Programm zur "Förderung der Berufsorientierung in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten". Ziel der Initiative ist es, das Interesse der Schülerinnen und Schüler an einer betrieblichen Ausbildung zu wecken. Durchgeführt wird das Programm vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Das BOP ist Bestandteil der Bildungsketten-Initiative des BMBF, die das Ziel verfolgt, die verschiedenen Förderinstrumente der Berufsorientierung - wie die Glieder einer Kette - miteinander zu verzahnen.

Prävention statt Reparatur

 

Ziele und Instrumente des Berufsorientierungsprogramms

Das Berufsorientierungsprogramm fördert die frühzeitige und systematische Vorbereitung von Jugendlichen auf die Berufswahl. Das heißt, die Jugendlichen werden dabei unterstützt, sich erreichbare Ziele zu setzen und eine Tätigkeit anzustreben, die zu ihnen passt. Das BOP richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse, die einen Abschluss der Sekundarstufe I als höchsten Schulabschluss anstreben. Für die Berufsorientierung bietet das BOP zwei Instrumente: die Potenzialanalyse und die Werkstatttage. Im Rahmen der Potenzialanalyse stellen die Schülerinnen und Schüler zunächst ihre Neigungen und Kompetenzen fest. Während der anschließenden Werkstatttage sammeln sie außerhalb der Schule Praxiserfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern. Die Maßnahmen des BOP finden in überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten statt, die eng mit den Schulen kooperieren.

Die Potenzialanalyse

In der Potenzialanalyse werden Personal-, Sozial- und Methodenkompetenz untersucht, Kompetenzen also, die auch im Alltagsleben von Bedeutung sind. Es kommen primär handlungsorientierte Verfahren, wie zum Beispiel Assessment-Center-Übungen oder Arbeitsproben zum Einsatz. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten, Neigungen und Interessen zu identifizieren. Sie werden bei den Übungen anhand von vorab definierten Verhaltenskriterien durch geschulte Pädagoginnen und Pädagogen beobachtet und erhalten anschließend in Einzelgesprächen Rückmeldung. Gemeinsam wird überlegt, wie einzelne Kompetenzen ausgebaut oder für die Berufsorientierung genutzt werden können und welche Schritte dafür nötig sind. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse werden schriftlich dokumentiert und dienen als Grundlage für eine individuelle Förderung der jungen Menschen im Anschluss.

Die Werkstatttage

In den Werkstatttagen haben die Jugendlichen zwei Wochen Zeit, mindestens drei Berufsfelder praxisnah kennenzulernen. Sie werden von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern angeleitet und erhalten regelmäßig Rückmeldung zu ihrem Verhalten und ihren Stärken in jedem Berufsfeld. Die Jugendlichen erhalten eine erste Vorstellung davon, was im späteren Berufsleben auf sie zukommt und wofür schulisches Lernen wichtig ist. Häufig wird in einem Berufsfeld ein Werkstück erstellt, das die Schülerinnen und Schüler mit nach Hause nehmen können. Das motiviert und macht stolz auf die eigenen Leistungen. Die Berufsorientierung schließt mit einem Zertifikat ab, das die Schülerinnen und Schüler bei Bewerbungen um Praktikumsplätze oder einen Ausbildungsplatz vorlegen können. Die Wahl des Betriebspraktikums in Klasse 9 und des späteren Ausbildungsberufs kann durch das Berufsorientierungsprogramm bewusster und überlegter erfolgen. Das Berufswahlspektrum der Jugendlichen und die Chance auf den "richtigen" Beruf steigen.

BOP auf ueberaus.de

Das Berufsorientierungsprogramm betreibt eine offene und zwei geschlossene Gruppen in der überaus-Community. Dort soll es, neben dem Informationsangebot auf der Homepage, primär um den Austausch gehen. Das Team des BOP möchte auf diesem Wege mehr über die Bedarfe der Akteure erfahren, die Umsetzungen des Programms in der Praxis diskutieren und Synergieeffekte sichtbar machen. Alle Dokumente zu den Workshops, Materialien, Links und Fotos der Jahrestagung finden Mitglieder in der Community-Gruppe. überaus wird zukünftig auch zur Vor- und Nachbereitung von Workshops im BOP genutzt. Hier findet man Literatur, kann andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen lernen und anschließend an konkreten Aufgaben zu BOP-Themen mitarbeiten.

Community

Internetadresse

  • www.berufsorientierungsprogramm.de
    Frühzeitige Berufsorientierung und Förderung berufsübergreifender Schlüsselkompetenzen sind für gelungene Übergänge unerlässlich.

Zuletzt aktualisiert am 27.07.2016nach oben

 
 
 

Kontakt

Katrin Böhnke arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Berufsorientierungsprogramm im BIBB.