13.03.2026 | Redaktion | SVR

Bildung als Schlüssel für Teilhabe

Positionspapier des Sachverständigenrats für Integration und Migration

Bildungserfolg ist in Deutschland nach wie vor stark abhängig von der sozialen Herkunft, den finanziellen Ressourcen und dem Bildungshintergrund von Familien. Da Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund überproportional häufig in einkommensschwachen Familien leben, sind sie besonders benachteiligt. Das gilt vor allem für neuzugewanderte Kinder mit geringen Deutschkenntnissen und für jene mit Fluchtbiografie. In einem Positionspapier beschreibt der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) Wege zu einer chancengerechteren Bildung.

Bild: Drivepix/Adobe Stock

Besonders wichtig ist es aus Sicht des SVR, möglichst früh in den Zugang zu Bildung und in Sprachförderung zu investieren und Zugangshürden abzubauen. Die Autorinnen und Autoren empfehlen unter anderem, den Zugang zur Kita für neu zugewanderte Familien zu erleichtern und die Kinder auf Basis einer validierten Erhebung ihrer Kompetenzen von Beginn an sprachlich zu fördern. Die schulische Bildung sollte auf Potenzialentfaltung ausgerichtet werden, etwa durch Diversitätssensibilisierung des Lehrpersonals, ein integriertes kommunales sowie ein datengestütztes Bildungsmanagement.

Neuzugewanderte Kinder und Jugendliche könnten besonders gefördert werden, indem ihr Zugang zur Schulbildung beschleunigt wird. Der Sachverständigenrat empfiehlt, Brückenangebote bis zum Kita- oder Schuleintritt qualitativ hochwertig zu gestalten und möglichst früh einen gemeinsamen Unterricht in Regelklassen mit zusätzlicher Sprachförderung zu gewährleisten. Im Bereich der beruflichen Bildung lautet die Empfehlung, für mehr qualifizierende Berufsabschlüsse zu sorgen, indem man unter anderem mehr allgemeinbildende Schulabschlüsse ermöglicht, die Berufsschulpflicht für geflüchtete junge Erwachsene ausweitet und geflüchtete junge Frauen besonders im Blick behält.

Konsequenter evaluieren

"Sprachliche und kulturelle Vielfalt sind längst eine Normalität in deutschen Bildungsinstitutionen", sagt Havva Engin, eine der neun Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die dem SVR angehören. Es seien schon viele Maßnahmen ergriffen worden, um Kitas, Schulen und Hochschulen auf diese Vielfalt einzustellen. Engin fordert aber eine bessere Evaluation: "Wir wissen nur ansatzweise, welche Effekte die Maßnahmen haben. Wir empfehlen daher, sie konsequent zu evaluieren. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass Ressourcen bedarfsgerecht eingesetzt werden und Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer ethnischen oder sozialen Herkunft die gleiche Chance auf Bildungserfolg bekommen."

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