20.08.2026 | Redaktion | DGB

Ausbildungszufriedenheit hat Tiefstand erreicht

DGB-Ausbildungsreport 2026 mit Schwerpunkt "Mentale Gesundheit"

Eine große Mehrheit der Auszubildenden ist mit der Ausbildung zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Das zeigt der neue Ausbildungsreport der DGB-Jugend. Allerdings ist die Ausbildungszufriedenheit mit 65,7 Prozent auf ein neues Tief gefallen, ein Rückgang von knapp sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Die Ausbildungszufriedenheit erreicht damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen. Schwerpunkt des Berichts ist in diesem Jahr die mentale Gesundheit der jungen Menschen.

Copyright Informationen anzeigenEine weibliche Auszubildende und ein männlicher Auszubildender im Gespräch mit ihrem Ausbilder, sie halten an der Produktionsstätte einen unfertigen Fensterrahmen fest

Überdurchschnittlich hoch ist die Ausbildungszufriedenheit bei Azubis, in deren Unternehmen es eine betriebliche Interessenvertretung gibt: Hier liegt sie bei 75,7 Prozent der Befragten. Zugleich variiert sie erheblich nach Ausbildungsberufen und Branchen. Besonders zufrieden sind Verwaltungsfachangestellte: 81,8 Prozent sind mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Auch Mechatroniker/innen, Industriemechaniker/innen und Industriekaufleute bewerten ihre Ausbildung vergleichsweise gut. Deutlich kritischer fallen die Bewertungen bei Hotelfachleuten aus: Hier sind nur 53,6 Prozent zufrieden. Auch bei Friseur/innen, Zahnmedizinischen Fachangestellten sowie Köchinnen und Köchen zeigen sich niedrigere Zufriedenheitswerte.

Vier von fünf Auszubildenden (83,6 Prozent) geben an, von ihren Ausbilderinnen und Ausbildern "immer" oder "häufig" korrekt behandelt zu werden. Diese Auszubildenden sind deutlich zufriedener mit ihrer Ausbildung. Fast jede(r) dritte Auszubildende (35,4 Prozent) muss regelmäßig Überstunden machen – ein Anstieg zum Vorjahr um 3,1 Prozentpunkte. 16,3 Prozent der Auszubildenen müssen "immer" oder "häufig" ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen, so viele wie nie zuvor.

Die Qualität der Berufsschule lässt aus Sicht der Befragten zu wünschen übrig: Nur 52,6 Prozent bezeichnen die fachliche Qualität des Berufsschulunterrichts als "sehr gut" oder "gut". Dieser ohnehin niedrige Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr (54,7 Prozent) erneut gesunken und erreicht den niedrigsten im Rahmen des Ausbildungsreports ermittelten Wert.

Jede(r) zweite Befragte fühlt sich psychisch belastet

Der diesjährige Schwerpunkt des Ausbildungsreports ist die mentale Gesundheit der Auszubildenden. Etwa die Hälfte (50,6 Prozent) der Befragten gibt an, psychische Belastungen zu erleben. Zu den größten Belastungsfaktoren im Ausbildungsalltag zählen Leistungs- und Zeitdruck (20,9 Prozent), Personalmangel (19,6 Prozent) und Verantwortungsdruck (19,2 Prozent). Hinzu kommen Belastungen außerhalb der Ausbildung: 53,3 Prozent der Auszubildenden berichten von privaten Belastungen – vor allem durch ihre finanzielle (49,9 Prozent) und ihre Wohnsituation (35 Prozent). Zwischen der Ausbildungsqualität und der mentalen Gesundheit der Azubis sieht die DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger einen klaren Zusammenhang: "Gute fachliche Anleitung, planbare Arbeitszeiten, ausreichend Zeit für Erholung und Aufgaben, die dem Ausbildungsziel dienen, können Belastungen reduzieren."

Weitere Informationen

  • DGB-Jugend: Ausbildungsreport 2026
    Für den Ausbildungsreport 2026 wurden insgesamt 13.227 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten dualen Ausbildungsberufen befragt.