20.07.2026 | Redaktion | dpa
Ausbildungszahlen im Handwerk gestiegen
ZDH meldet mehr Ausbildungsverträge von Januar bis Juni 2026
Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk hat im ersten Halbjahr 2026 um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugenommen. Das teilte Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutschen Presseagentur (DPA) mit. Zwischen Januar und Juni 2026 seien bereits knapp 67.800 neue Ausbildungsverträge registriert worden. Der ZDH-Präsident sieht darin einen Lichtblick, forderte aber auch, dass die Verantwortung des Handwerks bei der Ausbildung entsprechend gewürdigt werden müsse.

Henning Schacht | ZDA

ZDH-Präsident Jörg Dittrich
Für den Anstieg der Ausbildungszahlen nannte Dittrich mehrere Gründe. So hätten Teile der Industrie die Zahl ihrer Ausbildungsplätze aufgrund der Weltmarktlage massiv verringert. Auch die Imagekampagne und andere Werbebemühungen des Handwerks seien offensichtlich „in der Gesellschaft angekommen“. Nicht zuletzt habe auch die Künstliche Intelligenz zu der Entwicklung beigetragen: „Junge Menschen erkennen, dass das Handwerk eine echte Alternative bietet, wenn sie einen sicheren Job haben wollen."
Die Verantwortung des Handwerks bei der Ausbildung müsse entsprechend gewürdigt werden, forderte der ZDH-Präsdent. Die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung müsse endlich gesetzlich verankert werden. »Und sie muss an der finanziellen Ausstattung deutlich werden.« Die Bildungszentren hätten erheblichen Sanierungsbedarf. Hier müsse der "Sanierungsstau muss genauso ernst genommen werden wie bei maroden Brücken." Dittrich wandte sich auch gegen das Auslaufen des Programms "Passgenaue Besetzung und Willkommenslotsen" Ende 2027. Über Jahre entstandene regionale Netzwerke dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden.