23.07.2026 | Redaktion | Bertelsmann Stiftung

Attraktive Ausbildung, ungleicher Zugang

Wunsch nach sicherer Perspektive nicht für alle Jugendlichen erreichbar

Die Berufsausbildung ist nach wie vor die beliebteste Bildungsoption nach der Schule. Während die meisten Auszubildenden mit ihrer Berufswahl zufrieden sind, gelingt der Einstieg in die Ausbildung nicht allen jungen Menschen gleichermaßen. Insbesondere Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss haben geringere Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Die Ergebnisse einer Befragung der Bertelsmann Stiftung zeigen: Nicht die Attraktivität der Ausbildung ist die größte Herausforderung, sondern der Zugang zur Ausbildung und eine passgenaue berufliche Orientierung.

Copyright Informationen anzeigenTitelbild der Studie "Ausbildungsperspektiven 2026"

Im Rahmen der repräsentativen Studie "Ausbildungsperspektiven 2026" wurden sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Azubis befragt. Während Auszubildende ihre beruflichen Perspektiven überwiegend positiv bewerten, blicken viele Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss skeptisch auf ihre Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Fast 90 Prozent der befragten Auszubildenden sehen die Ausbildung als gute Grundlage für ihre berufliche Zukunft. Die meisten würden sich erneut für ihren Ausbildungsberuf entscheiden.

"Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten bietet eine gute Ausbildung eine tragfähige Grundlage für den weiteren Berufsweg"
Fabian Schaffer, Bertelsmann Stiftung

Zugang zur Ausbildung bleibt ungleich

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Berufsausbildung diejenigen überzeugt, die bereits einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Von den guten Perspektiven einer Berufsausbildung profitieren jedoch nicht alle Jugendlichen gleichermaßen. Insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschluss schätzen ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt deutlich schlechter ein. 38 Prozent von ihnen sind unsicher, ob sie einen Ausbildungsplatz finden werden. Tatsächlich finden Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss seltener eine Ausbildungsstelle und haben ein höheres Risiko, nach der Schule in ungelernten Tätigkeiten zu verbleiben.

Mögliche Handlungsansätze

Die Autorinnen und Autoren empfehlen Betrieben, den Einstieg in die Ausbildung niedrigschwelliger zu gestalten und bei der Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern nicht allein auf Schulnoten zu achten, sondern deren Fähigkeiten stärker einzubeziehen. Praktika und Förderinstrumente wie die Assistierte Ausbildung könnten den Zugang zusätzlich erleichtern. Darüber hinaus sehen sie Handlungsbedarf bei der beruflichen Orientierung. Diese sollte stärker an den individuellen Bedarfen junger Menschen ausgerichtet werden. Dafür seien verbindlichere regionale Netzwerke zwischen Schulen, Betrieben, Arbeitsagenturen und Jugendberufsagenturen erforderlich.

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