27.03.2026 | Redaktion | DIPF | DJI
Soziale Benachteiligungen verringern
Sammelband von DIPF und DJI bereitet aktuelle Forschungsbefunde auf
Wie lassen sich soziale Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen im Bildungserfolg und bei der gesellschaftlichen Teilhabe verringern? Ein neuer Sammelband des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) und des Deutschen Jugendinstituts (DJI) bereitet zu dieser Frage aktuelle Forschungsbefunde auf. Sie zeigen, wie sich Bildungsbarrieren überwinden lassen und wo Potenziale für mehr Bildungschancen liegen. Im Kern geht es um einen ganzheitlichen Blick auf die Lebenswelt junger Menschen sowie verzahnte und kooperativ umgesetzte Angebote.
"Das Besondere an den neuen Studien ist, dass sie die gesamte Lebenswelt und alle Lerngelegenheiten der Kinder und Jugendlichen in den Fokus nehmen – von den frühen Jahren bis ins junge Erwachsenenalter, von der Schule über die außerschulischen Bildungsorte bis hin zu den Familien und Peergruppen", erläutert Dr. Jan Scharf vom DIPF. Er hat den Sammelband zusammen mit Katharina Damm (DIPF), Prof. Dr. Susanne Kuger (DJI) sowie Prof. Dr. Kai Maaz (DIPF) herausgegeben. Scharf betont: "Die empirische Grundlage der Beiträge ist häufig die Perspektive der jungen Menschen selbst. Hinzu kommen die Erfahrungen des lokalen Personals aus Schule, Kommunen oder Sozialarbeit."
Die Beiträge des Sammelbands identifizieren drei wesentliche Ansätze zur Reduzierung von Bildungsbenachteiligungen, die in Zusammenhang mit dem familiären Hintergrund oder der räumlichen Herkunft stehen:
- Anerkennung vielfältiger Lebenswelten: Ein breiter Bildungsbegriff, der Bildungserfahrungen auch außerhalb von Schule einbezieht, bietet neue Möglichkeiten. Indem die heterogenen Lebenswelten junger Menschen und ihre unterschiedlichen Ressourcen und Bedürfnisse stärker anerkannt werden, können Angebote passgenauer gestaltet und Erfahrungsalternativen neben formaler Bildung geschaffen werden.
- Gebündelte Kompensation: Wenn verschiedene sozialstaatliche Angebote aus Bereichen wie der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit oder Integration zusammenwirken, können nachhaltige Hilfestellungen entwickelt werden, um Benachteiligung zu kompensieren.
- Kooperation im Sozialraum: Wenn die unterschiedlichen Gruppen von Akteur*innen im Sozialraum der Lernenden erfolgreich in Netzwerken kooperieren, können sie mit ihren Erfahrungen und Expertisen gemeinsam einen Beitrag für mehr Bildungschancen leisten.
Die einzelnen Beiträge des Sammelbands behandeln unter anderem Forschungsfragen zu den Themen Bildungssteuerung und Kommunen, non-formale Bildungsangebote, Resilienz und Wohlbefinden bei Kindern sowie zum Übergang von der Schule in den Beruf.