04.03.2026 | Redaktion | IN VIA

Qualifizierungsoffensive weiterdenken

IN VIA Deutschland sieht weiteren Handlungsbedarf

Als ein "wichtiges Signal für die Stärkung der beruflichen Bildung in Deutschland" hat der Verband IN VIA Deutschland die von Bundesministerin Karin Prien vorgestellte Qualifizierungsoffensive Berufliche Bildung (QBB) bezeichnet. Angesichts von Nachwuchs- und Fachkräftemangel, Transformation und Digitalisierung rücke das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) die berufliche Bildung entlang der gesamten Bildungskette in den Fokus. Allerdings sieht IN VIA weiteren Handlungsbedarf, etwa im Bereich der beruflichen Orientierung.

Bild: Lyndon Stratford/peopleimages.com/Adobe Stock

Neben Informationen und Praktika zur Berufsorientierung brauchen junge Menschen aus Sicht des Verbandes eine kontinuierliche, verlässliche Begleitung. Die Jugendsozialarbeit könne junge Menschen in diesen Prozessen begleiten. Die Weiterentwicklung der Berufseinstiegsbegleitung nach § 49 SGB III – derzeit nur noch in wenigen Bundesländern umgesetzt – sei deshalb ein zentraler Ansatzpunkt. Jedoch müsse dieses Angebot flexibel ausgestattet und konsequent an den Bedarfen der jungen Menschen ausgerichtet sein – und nicht umgekehrt.

Darüber hinaus brauche die Ausbildungsgarantie eine verbindliche Ergänzung durch ein sozialpädagogisches Übergangscoaching, das bereits in der Schule ansetzt: "Sozialpädagogische Fachkräfte begleiten die Jugendlichen individuell und bedarfsorientiert, entwickeln mit ihnen konkrete berufliche Perspektiven und unterstützen sie je nach Bedarf auch während der Ausbildung. Berufliche Orientierung bedeutet mehr als Information: Sie braucht Vertrauen, Zeit und stabile Bezugspersonen. Die Berufseinstiegsbegleitung könnte hier wegweisend sein – vorausgesetzt, sie ist flexibel und konsequent an den Bedarfen der jungen Menschen ausgerichtet."

Bedarfe der jungen Menschen im Mittelpunkt

Perspektivisch braucht es aus Sicht von IN VIA eine Weiterentwicklung des Übergangssystems und einen inklusiver ausgerichteten Instrumentenkasten im SGB III. Die bestehenden Förderstrukturen stießen dort an Grenzen, wo individuelle Lebenslagen flexible und längerfristige Unterstützung erforderten. Standardisierte Programme und administrative Anforderungen erschwerten es Fachkräften der Jugendsozialarbeit oft, passgenau auf einzelne Bedarfe der jungen Menschen einzugehen. Vielmehr seien verlässliche, finanziell abgesicherte Rahmenbedingungen notwendig, die ausreichend Ressourcen für Beziehungsarbeit und flexible Fördermöglichkeiten ermöglichen: "Ein zukunftsfähiges Berufsbildungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass es sich an den Bedarfen der jungen Menschen orientiert."

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