24.02.2026 | Redaktion | SVR

Kürzung trifft Integrationswillige

Stellungnahme des Sachverständigenrates für Integration und Migration

Das Bundesinnenministerium hat die Finanzierung von freiwilligen Integrationskursen eingestellt. Damit ist der Zugang zu Integrationskursen vor allem für Geflüchtete aus der Ukraine eingeschränkt, aber auch aus Syrien, Afghanistan, der Türkei und EU-Staaten. Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) befürchtet einen integrationspolitischen Rückschritt. In einer Stellungnahme hebt er hervor, Menschen, die einen Kurs nicht selbst bezahlen könnten, würden dadurch beim Erlernen der Sprache und dem Erwerb weiterer Qualifikationen ausgebremst.

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Die Integrations- und Sprachkurse haben sich aus Sicht des SVR als Instrument bewährt, um Zugewanderte erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren: "Die jüngsten Daten zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten aus der Ukraine zeigen, dass sich der ihnen bisher gewährte Zugang zu staatlichen Fördermaßnahmen wie Integrationskursen und die Förderung durch die Jobcenter positiv auf ihre Beschäftigung ausgewirkt hat", betont Winfried Kluth, Vorsitzender des SVR. Der Staat sei berechtigt, bei einer angespannten Haushaltslage den Kreis derjenigen anzupassen, für die er die Kosten bei einer freiwilligen Teilnahme übernimmt. Allerdings müssten die Folgen gut abgewogen werden. Die Einstellung von Integrationskursen sei widersprüchlich, wenn es Gruppen betreffe, deren Arbeitsmarktintegration man gleichzeitig fordere.

Kluth warnt vor den wirtschaftlichen Folgekosten: Die Arbeitsmarktintegration nicht nur der neu aus der Ukraine Gekommenen verzögere sich ohne hinreichende Deutschkenntnisse deutlich. Damit seien sie im Zweifel länger auf Sozialleistungen angewiesen. Der Wirtschaft gingen potenzielle Arbeitskräfte verloren. Das Resümee des SVR-Vorsitzenden lautet: "Hier steht zu befürchten, dass die Politik die Falschen trifft, nämlich gerade diejenigen, die sich integrieren und arbeiten wollen. Langfristig können die kurzfristigen Einsparungen dann zu viel höheren Kosten führen."

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